Frankreich gedenkt der Anschläge von 2015 - Macron legt Kranz vor Stade de France nieder

Terroranschläge von 2015 : Frankreich gedenkt der Opfer in Paris

Vor zwei Jahren wurden in Paris bei islamistischen Anschlägen 130 Menschen getötet, mehr als 350 verletzt. Am Montag hat Frankreich in stillen Zeremonien den Opfern der Anschläge gedacht. Unter den Trauernden am Konzerthaus Bataclan war auch der Sänger der US-Band Eagles of Death Metal.

Präsident Emmanuel Macron und der Bürgermeister von Saint-Denis, Laurent Russier, legten an der Gedenkplakette für das erste Opfer der koordinierten Angriffswelle im Stade de France einen Kranz nieder und verharrten in einer Schweigeminute.

In Cafés und der Musikhalle Bataclan, in der Extremisten bei einem Rockkonzert in das Publikum feuerten, folgten weitere Momente des Gedenkens, bei dem auch bunte Luftballons als Zeichen ungebrochener Lebensfreude in den Himmel der französischen Hauptstadt aufstiegen.

Unter den Trauernden am Konzerthaus Bataclan war der Sänger der US-Band Eagles of Death Metal, Jesse Hughes, bei deren Auftritt der brutale Angriff auf die Konzertbesucher erfolgte. 90 von ihnen wurden getötet.

Die Anschlagsserie begann während des Länderspiels Frankreich gegen Deutschland. Der portugiesische Einwanderer Manuel Dias wurde am Stadion das erste Opfer der Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat. Augenzeugen von damals erinnerten sich an Sprengstoffgürtel und automatische Waffen, die die Attentäter damals bei sich hatten.

Der damalige französische Präsident François Hollande erinnerte sich im Fernsehsender France-2 daran, wie er im Stadion die Explosion hörte, die Dias tötete. Er habe damals das Stadion nicht verlassen wollen, um ein Zeichen zu geben, dass die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet sei, sagte Hollande. Diese Entscheidung habe "sicherlich Leben gerettet".

Die Sicherheitsvorkehrungen für die Gedenkfeiern waren hoch - Teil einer neuen Normalität in Frankreich seit dem 13. November 2015. Nach den Angriffen galt fast zwei Jahre lang der Notstand im Land. Er wurde vor zwei Wochen durch ein strengeres Anti-Terror-Gesetz ersetzt, das der Polizei größere Befugnisse im Umgang mit Terrorverdächtigen gibt.

Bis auf einen wurden alle Terroristen getötet. Es werde weiter nach Verdächtigen gefahndet, erklärte die Staatsanwaltschaft am Freitag. Neben den 13 toten Attentätern seien 13 Verdächtige in Frankreich, Belgien und der Türkei identifiziert worden.

(ate/afp)
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