Frankreichs Präsident in Kuba: Francois Hollande spricht fast eine Stunde mit Fidel Castro

Frankreichs Präsident in Kuba : Francois Hollande spricht fast eine Stunde mit Fidel Castro

Es war die erste Visite eines westlichen Staatschef nach dem angekündigten Neustart der Beziehungen zwischen Kuba und den USA: Der französische Staatspräsident Francois Hollande hat Havanna besucht. Auch Fidel Castro nahm sich Zeit für den Gast.

Hollandes Reise war auch der erste Staatsbesuch eines französischen Präsidenten in Kuba seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1898. Begleitet wurde er von französischen Wirtschaftsvertretern. Denn die Aussicht auf eine Aufhebung des US-Embargos macht Kuba für Investoren hochinteressant.

Die USA und Kuba hatten im Dezember nach anderthalbjährigen Geheimverhandlungen eine grundlegende Neuausrichtung ihrer Beziehungen bekanntgegeben, um die jahrzehntelange Feindschaft aus der Zeit des Kalten Kriegs zu überwinden. Seit Beginn der bilateralen Verhandlungen im Januar traten bereits eine Reihe von Reise- und Handelserleichterungen in Kraft. Hollande wiederum forderte bei seinem Besuch während einer Rede an der Universität von Havanna ein Ende des US-Embargos. Frankreich werde alles dafür tun, "damit die Maßnahmen, die Kubas Entwicklung so sehr geschadet haben, endlich aufgehoben werden können", sagte er.

Der französische Staatspräsident traf natürlich auch den kubanischen Präsidenten Raul Castro, doch zuvor wurde er auch von Fidel Castro in dessen Residenz empfangen. Der Ex-Präsident und Revolutionsführer zeigt sich nur noch selten in der Öffentlichkeit und empfängt auch kaum internationale Besucher, seit er seine politischen Ämter 2008 niederlegte.

Rund 50 Minuten lang dauerte das Gespräch. Das Gespräch drehte sich um den Klimawandel, Landwirtschaft und die Sanktionen gegen Kuba. Hollande sagte im Nachinein, Castro habe körperlich angeschlagen gewirkt, doch hätten sie eine leichte Unterhaltung geführt.

Im September erwartet Kuba übrigens Papst Franziskus. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird vom 19. bis 22. September nach Kuba reisen, wie am Dienstag bekannt wurde. Neben der Hauptstadt Havanna wird er auch Holguín und Santiago de Cuba besuchen.

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(das/AFP/dpa)