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François Hollande: Schwere Verluste für die Sozialisten bei der Kommunalwahlen in Frankreich

Zweite Runde der Kommunalwahlen in Frankreich : Schwere Verluste für die Sozialisten

Präsident Francois Hollande und seine Sozialisten haben auch bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen in Frankreich den Niedergang nicht aufhalten können. Erste Ergebnisse schreiben ihnen schwere Verluste zu.

Nach den ersten Berechnungen mussten Sozialisten und linke Listen ihre Mehrheiten in zahlreichen Städte abgeben. Bestätigen sich die Zahlen gehen reihenweise Rathäuser von den Sozialisten an die konservative Opposition, darunter Städte wie Reims, Quimper und Angers. Der Wahlausgang könnte auch einen Umbau in der Regierung Hollandes nach sich ziehen.

Jean-François Copé, Chef der konservativen UMP, sprach angesichts der Erfolge seiner Partei von einer "Welle", die das Land erfasst habe.

Die Ergebnisse seien "unbestreitbar schlecht für die Linke" und "enttäuschend", sagte Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem am Sonntag dem Sender TF1.

Zumindest die Bastion Paris konnten die Sozialisten halten. Dort kamen sie mit ihrer Kandidatin Anne Hidalgo auf 54,5 Prozent. Sie kann als erste Frau das Pariser Rathaus leiten. Ihre konservative Herausforderin Nathalie Kosciusko-Morizet von der UMP landete bei 45,5 Prozent.

Die rechtsextreme Front National (FN) eroberte hingegen weitere Rathäuser. Von der FN unterstützte Kandidaten eroberten in den südfranzösischen Städten Béziers und Fréjus die Rathäuser, wie erste Prognosen mehrerer Meinungsforschungsinstitute ergaben. Dagegen scheiterte der FN-Kandidat im südfranzösischen Perpignan. Das südfranzösische Avignon, wo die Rechtsextremen ebenfalls in der ersten Runde stark waren, ging laut Ipsos an die Sozialisten.

In der 70.000-Einwohner-Stadt Béziers wird künftig der parteilose Robert Ménard Bürgermeister sein. Der 60-Jährige, die überregional vor allem als Gründer und einstiger Vorsitzender der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) bekannt ist, war von einer rechten Liste unter maßgeblicher Beteiligung der FN unterstützt worden. In Fréjus setzte sich in der Stichwahl David Rachline durch.

Die rechtsextreme FN hatte in der ersten Runde vor einer Woche überraschend stark abgeschnitten. Sie war in 328 der insgesamt 6455 Kommunen in der Stichwahl vertreten; in der ersten Runde war sie in 21 Kommunen auf den ersten Platz gekommen. FN-Chefin Marine Le Pen ging davon aus, dass ihre Partei "vielleicht 1200" Stadt- und Gemeinderäte in Frankreich stellt.

In der ersten Runde hatte die FN auf Anhieb das Rathaus der Kleinstadt Hénin-Beaumont in Nordfrankreich gewonnen. Der 41-jährige FN-Generalsekretär Steeve Briois wurde dort am Sonntag offiziell zum Bürgermeister gekürt.

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(dpa, AFP, REU)