Flüchtlingskrise: Österreich fordert Schließung der Mittelmeer-Route

Kontrolle der Zuwanderung: Österreich fordert Schließung der Mittelmeer-Route

In der Flüchtlingskrise setzt sich Österreich für strenge Zuwanderungskontrollen ein. Nach der Balkanroute soll nun auch die Mittelmeer-Route geschlossen werden, fordert Innenminister Sobotka.

Eine Rettung auf offener See könne kein Ticket nach Europa sein, erklärte der österreichische Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Damit gebe man der organisierten Schlepperei jedes Argument in die Hand, "weiterhin Menschen von einer Flucht aus wirtschaftlichen Gründen zu überzeugen."

Im Frühjahr und Sommer könnte es zu einem neuerlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen kommen. Schon jetzt landen viele Migranten an der italienischen Küste. Es sei aktuell noch schwer zu beurteilen, wie sich in den warmen Monaten die Zahl der Flüchtlinge entwickeln werde, sagte Sobotka.

Österreich stehe jedenfalls in engem Kontakt mit Italien, um auf alle Eventualitäten reagieren zu können. "Für den Fall eines plötzlichen Zustroms wären wir gerüstet und in der Lage, das Grenzmanagement innerhalb von Stunden hochzufahren", so Sobotka zu möglichen Grenzsperren am Brenner-Pass.

Generell gebe es aber keine Alternative zu einer gesamteuropäischen Lösung, bei der die EU-Außengrenze wirksam geschützt werde, erklärte Sobotka. "Nur so kann das tragische und sinnlose Sterben im Mittelmeer ein Ende haben." Eine Situation wie im Jahr 2015, als Zehntausende Flüchtlinge unregistriert über die Grenzen strömten, dürfe sich nicht wiederholen.

(kess/dpa)
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