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Finanzchef der Trump Organization weist Betrugsanklage zurück

Trump spricht von „Hexenjagd“ : Finanzchef der Trump Organization weist Betrugsanklage zurück

Nach zweijährigen Ermittlungen in New York kommt es zur ersten strafrechtlichen Anlage gegen das Unternehmen von Ex-Präsident Trump. Dessen Unterstützer wittern eine Hexenjagd durch Staatsanwalt und Justizministerin - beide Demokraten.

Der langjährige Finanzchef der Trump Organization hat eine Anklage wegen Steuerbetrugs und anderer Vergehen zurückgewiesen. Die Anwälte von Allen Weisselberg plädierten am Donnerstag in New York auf nicht schuldig - auch in Bezug auf andere Anklagepunkte wie Verschwörung und schwerer Diebstahl. Auch die Trump Organization wies die Vorwürfe zurück.

Die Staatsanwaltschaft wirft Weisselberg und der Trump Organization vor, Spitzenmitarbeitern seit 2005 Lohnnebenleistungen wie Schulgeld und das Nutzen von Wohnungen und Autos gewährt zu haben, ohne dies in den Geschäftsberichten anzugeben. Staatsanwalt Carey Dunne sagte, diese jahrelange Vorgehensweise habe den Staat und die Kommune um Steuern betrogen und sei von den höchsten Managern des Unternehmens ausgeheckt worden.

Weisselberg hat jahrzehntelang für die Trump Organization gearbeitet, in der Donald Trump viele seiner unternehmerischen Aktivitäten verwaltet, darunter Investitionen in Bürotürme, Hotels und Golfplätze, Marketinggeschäfte und Fernsehaktivitäten. Trumps Söhne Donald Jr. und Eric sind für das Tagesgeschäft des Unternehmens verantwortlich, seit ihr Vater Präsident wurde.

Die Anklage dürfte das erste Strafverfahren in den zweijährigen Ermittlungen des New Yorker Bezirksstaatsanwalts Cyrus Vance jr. einleiten. Weisselberg war ins Visier der Ermittler geraten, weil sein Sohn ein Apartment Trumps gegen ein geringes oder gar kein Entgelt genutzt haben soll. Außerdem soll Weisselberg private Ausgaben mit Firmenschecks beglichen haben - bis hin zu Schulgeld für seine Enkelkinder.

Ein Strafverfahren könnte der Staatsanwaltschaft Druckmittel in die Hand geben, um Weisselberg zu Aussagen zu Geschäftspraktiken Trumps zu bewegen. Weisselberg stellte sich am Donnerstagmorgen den Behörden. Trump selbst dürfte zumindest vorerst keine Anklage drohen.

Weisselbergs Anwälte kündigten an, den Vorwürfen gegen ihren Mandanten entgegenzutreten. Weisselberg wurde ohne Kaution freigelassen, musste aber seinen Pass abgeben, weil die Staatsanwaltschaft Fluchtgefahr geltend gemacht hatte. Anzeichen für eine Kooperationsbereitschaft Weisselbergs gab es nicht.

Die Trump Organization kritisierte die Anklage noch vor der Veröffentlichung. Die Staatsanwaltschaft verfolge eine Taktik der verbrannten Erde, um Donald Trump zu schaden und klage dazu auch Weisselberg an, erklärte sie. Vance bringe Dinge zur Anklage, die niemand sonst aufgreifen würde. „Das ist keine Justiz, das ist Politik“, schrieb sie. Sowohl Vance als auch die ebenfalls an den Ermittlungen beteiligte New Yorker Justizministerin Letitia James sind Demokraten. Dunne sagte, Politik spiele in dem Fall keine Rolle.

(june/dpa)