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Festnahme in Minsk: Peter Altmaier nennt Lukaschenko persönlich verantwortlich

Reaktionen auf Festnahme in Minsk : Altmaier macht Lukaschenko persönlich für Protassewitsch verantwortlich

Der Bundeswirtschaftsminister begrüßt die Sanktionen des EU-Gipfels. Der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja zufolge muss Protassewitsch um sein Leben fürchten.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko haftet nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) persönlich für die Sicherheit des entführten Journalisten Roman Protassewitsch. "Herr Lukaschenko muss wissen: Wenn er nicht die Unversehrtheit dieses jungen Regimekritikers garantiert, der nichts anderes getan hat, als mit Schrift und Wort Demokratie und Menschenrechte einzufordern, dass wir ihn dafür persönlich verantwortlich machen", sagte Altmaier am Abend im Polittalk der“Bild“-Zeitung.

Der Minister begrüßte die von den EU-Staats- und Regierungschefs beschlossene Sperrung des EU-Luftraums für weißrussische Fluggesellschaften. "Ich halte das für absolut notwendig und richtig. Das ist eine Maßnahme, die sehr spürbare Folgen haben wird, nicht nur für die Fluggesellschaften, sondern auch für das Land." Das sei nur ein erster Schritt. "Wir dürfen da auf gar keinen Fall nachlässig sein oder wegschauen. Das ist ein Fall von grundsätzlicher Bedeutung." Die Lage in Weißrussland verschlechtere sich seit einem halben Jahr immer weiter. "Das dürfen wir nicht hinnehmen. Und deshalb brauchen wir jetzt eine klare Antwort.”

Die 27 Staats- und Regierungschefs forderten am Abend die Freilassung von Protassewitsch und  seiner Begleiterin Sophia Sapega. Zudem solle die Internationale Organisation für Zivilluftfahrt den Vorfall vom Sonntag untersuchen. Nach Einschätzung der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja muss Protassewitsch um sein Leben fürchten: "Wir bangen nicht nur sehr um seine Freiheit, sondern um sein Leben", sagte sie Sky News.

Protassewitsch selbst tauchte am Abend in einem Video auf der Messanger-Plattform Telegram auf. Dort sagte er, er habe bei der Organisation der Massenproteste in Minsk 2020 eine Rolle gespielt. Zudem erklärte er, er sei bei guter Gesundheit. Experten nehmen an, dass das Video unter Zwang aufgenommen wurde. Dem Belarus-Innenministerium zufolge ist Protassewitsch inzwischen in einem Gefängnis. Der stellvertretende polnische Außenminister Pawel Jablonski sagte, er habe von Protasewitsch' Mutter gehört, dass es ihrem Sohn gesundheitlich sehr schlecht gehe.

(juju/dpa/rts)