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Afghanistan: Fast 60 Tote bei Kämpfen mit Taliban

Afghanistan : Fast 60 Tote bei Kämpfen mit Taliban

Kabul (rpo). Fast 60 Menschen sind bei heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Taliban-Anhängern in Afghanistan am Osterwochenende ums Leben gekommen. Bei einem der heftigsten Gefechte seit Monaten wurden am Freitag im Süden des Landes in der Provinz Kandahar 41 mutmaßliche Taliban und sechs Polizisten getötet, wie der Gouverneur der Region, Assadullah Chalid, sagte.

Nach Angaben der US-Armee wurden die Polizisten möglicherweise durch Beschuss aus den eigenen Reihen getötet. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden. Auch zum Tod von sieben Zivilisten bei einer Offensive in der Provinz Kunar nahm die US-Armee Ermittlungen auf. Die Rebellen hätten sich über Tage in der Gegend des Dorfes Singesar südwestlich von Kandahar gesammelt, sagte Provinzgouverneur Chalid. Sie seien aus der Nachbarprovinz Helmand vor Angriffen der Regierungstruppen geflohen.

Die Polizei habe sie eingekreist und am Freitagmorgen angegriffen. An den Kämpfen waren Augenzeugen zufolge dutzende Taliban-Kämpfer und mehrere hundert afghanische Sicherheitskräfte beteiligt. Stunden nach Beginn der Kampfhandlungen kamen US-Helikopter, kanadische Soldaten und afghanische Regierungstruppen der Polizei zu Hilfe. Die US-Armee feuerte Raketen auf die Taliban-Stellungen ab.

Wieviele Zivilisten zu Schaden kamen, war nicht klar. Ein Taliban-Sprecher sagte, es seien nur zwei Rebellen getötet worden; bei den anderen Toten handele es sich um Zivilisten. Nach Behördenangaben war die Dorfbevölkerung zum Zeitpunkt der US-Bombardierungen bereits geflohen. Unter den zahlreichen Verletzten seien jedoch auch drei Zivilisten. 13 Verdächtige seien festgenommen worden.

Die US-Armee räumte am Montag ein, dass die sechs getöteten und neun verwundeten Polizisten möglicherweise von "freundlichen Kräften" unter Feuer genommen wurden. "Wir untersuchen den Vorfall", sagte der Kommandeur der Koalitionstruppen im Süden, Brigadegeneral David Fraser.

Mutmaßliche Taliban-Kämpfer überfielen in der Nacht zu Sonntag im Südosten Afghanistans fast zeitgleich drei Polizeiposten. Die Gefechte hätten etwa eine halbe Stunde lang gedauert, sagte der Polizeichef der Provinz Sabul, Mohammed Nabi. Insgesamt seien 14 Angreifer getötet oder verletzt worden. Polizisten seien nicht zu Schaden gekommen. Ein Sprecher der Taliban sagte dagegen, es seien zwei Angreifer und neun Polizisten getötet worden. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war nicht möglich.

Die US-geführten Koalitionstruppen töteten bei zwei weiteren Vorfällen vier Taliban-Kämpfer, wie die US-Armee am Sonntag mitteilte. Bei einem Gefecht zwischen US-Truppen und Taliban-Rebellen in der Provinz Kunar kamen nach US-Angaben sieben Zivilisten ums Leben. Die Koalitionstruppen hätten Kampfflugzeuge und Artillerie eingesetzt, teilte die US-Armee am Sonntag mit. "Erste Erkenntnisse lassen vermuten, dass sieben Zivilisten in der Nähe der Kämpfe getötet und drei weitere verletzt wurden", hieß es.

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(afp2)