Fall Skripal: Boris Johnson schließt Normalisierung der Russland-Beziehungen aus.

„Wird keine Normalisierung geben“ : Johnson weist Putin im Fall Skripal bei Treffen in Berlin harsch zurecht

Seit gut zwei Jahren überlagert der Giftanschlag auf Viktor Skripal die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland. Am Rande des Libyen-Gipfels trafen nun Wladimir Putin und Boris Johnson aufeinander. Eine brisante Begegnung.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin bei deren Treffen in Berlin am Sonntag nach Angaben der britischen Regierung ungewöhnlich harsch zurechtgewiesen. „Es wird keine Normalisierung unserer bilateralen Beziehungen geben, bis Russland die destabilisierende Aktivität beendet, die Großbritannien und unsere Verbündeten bedroht (...)“, sagte Johnson einer Mitteilung des Regierungssitzes Downing Street zufolge am Rande der Libyen-Konferenz. Russland untergrabe den Schutz britischer Bürger und „unsere kollektive Sicherheit“, sagte Johnson demnach weiter.

Der britische Premier brachte zudem den Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia zur Sprache, den er als „schamlosen Mordversuch an unschuldigen Menschen auf britischem Boden“ bezeichnete. London macht Moskau für das Attentat im englischen Salisbury im März 2018 verantwortlich. Der Kreml streitet das ab. Skripal und seine Tochter, die mit dem in der Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurden, überlebten nur knapp. Eine unbeteiligte Frau, die mit dem Gift in Kontakt kam, starb.

Die beiden Politiker trafen in Berlin im Rahmen der Libyen-Konferenz erstmals seit dem Amtsantritt Johnsons im Sommer vergangenen Jahres zusammen. Die Teilnehmer der Konferenz bemühten sich am Sonntag um einem Weg zum Frieden in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland.

(mja/dpa)