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Fall Nawalny: US-Außenminister vermutet Russland hinter der Vergiftung

"Begründete Möglichkeit" : US-Außenminister vermutet Russland hinter der Vergiftung von Nawalny

Mit Kritik an Russland hat sich die US-Regierung lange zurückgehalten. Nun äußerte sich US-Außenminister Mike Pompeo zum Fall Nawalny. Konsequenzen forderte er aber zunächst nicht.

US-Außenminister Mike Pompeo sieht eine "begründete Möglichkeit", dass die russische Regierung hinter der mutmaßliche Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny steckt. "Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dies tatsächlich von hochrangigen russischen Beamten kam", sagte Pompeo dem konservativen Radioprogramm „Ben Shapiro Show“, wie aus einem vom Außenministerium veröffentlichten Protokoll am Mittwoch hervorgeht.

"Ich denke, die Welt ist gereift und hat sich darauf verständigt, dass normale Länder nicht so arbeiten, und dies wird sich für die Russen als kostspielig erweisen", sagte Pompeo demnach. "Wir werden sicherstellen, dass wir unseren Teil dazu beitragen, das solche Dinge nicht wieder passieren", erklärte er. Er wolle Präsident Donald Trump aber nicht vorgreifen bei der Frage, wie die US-Regierung auf den Vorfall reagieren werde. Jener hatte sich bislang zurückhaltend zum Fall Nawalny geäußert.

Die Außenminister der Gruppe der Sieben (G7) verurteilten am Dienstag die "bestätigte Vergiftung" von Nawalny. Ein Speziallabor der Bundeswehr hat nach Angaben der Bundesregierung "zweifelsfrei" festgestellt, dass der 44-Jährige mit einem chemischen Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Russland bestreitet, in die Vergiftung des Politikers verwickelt zu sein, russische Ärzte hätten keine Hinweise auf eine Vergiftung gefunden.

(peng/Reuters/dpa)