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Fall Lisa Montgomery: USA richten erstmals seit knapp 70 Jahren Frau hin

Verurteilte Lisa Montgomery : USA richten erstmals seit knapp 70 Jahren Frau hin

Eine Gefängnisinsassin aus Kansas ist als erste Frau seit knapp 70 Jahren auf US-Bundesebene hingerichtet worden. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte die Hinrichtung von Lisa Montgomery in der Nacht zugelassen.

Die 52-jährige Lisa Montgomery bekam in einem Bundesgefängnis in Terre Haute im US-Staat Indiana eine Giftspritze. Sie wurde am Mittwoch um 1.31 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt.

Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof der USA die Hinrichtung zugelassen. Ein Berufungsgericht hatte die Exekution gestoppt.

Montgomery war nach Angaben ihrer Verteidiger als Kind mehrfach vergewaltigt und gequält worden, was ihre psychische Krankheit verschärft hat. Anwältin Kelley Henry sagte, sie glaube nicht, dass ihre Mandantin rational begreife, was vorgehe. Die Staatsanwaltschaft hatte Montgomery vorgeworfen, Geisteskrankheit nur vorgetäuscht zu haben.

„Jeder, der an der Hinrichtung von Lisa Montgomery teilgenommen hat, sollte sich schämen“, teilte Henry mit.

Montgomery wurde verurteilt, eine hochschwangere Frau 2004 ermordet und das Baby auf brutale Weise entnommen zu haben. Sie war der elfte Häftling, der seit Juli mit der Giftspritze in Terre Haute hingerichtet wurde. Die Regierung des abgewählten Präsidenten Donald Trump hatte damals nach 17 Jahren Hinrichtungen in Bundesgefängnissen wieder aufgenommen. Sie will in ihren letzten Amtstagen noch zwei weitere Todeskandidaten hinrichten lassen. Auch hier stoppten Richter die Exekution. Beide Häftlinge waren an Corona erkrankt.

Sollten sich die anderen zwei Hinrichtungen bis zu Trumps Amtsende am Mittwoch kommender Woche verzögern, werden sie wohl vorerst nicht vollzogen oder sogar ganz abgesagt. Der gewählte Präsident Joe Biden gilt als Gegner von Hinrichtungen in Bundesgefängnissen.

(chal/dpa)