Fall Khashoggi Saudi-Arabien liefert Verdächtige nicht in die Türkei aus

Manama · Das Tauziehen um die Aufklärung des Mordes an dem Journalisten Jamal Khashoggi geht weiter: Saudi-Arabien weigert sich, die festgenommenen Verdächtigen an die Türkei auszuliefern. Der Außenminister bezeichnet die Diskussion um den Fall als „hysterisch“.

 Der getötete Journalist Jamal Khashoggi bei einer Presskonferenz 2015.

Der getötete Journalist Jamal Khashoggi bei einer Presskonferenz 2015.

Foto: dpa/Hasan Jamali

Es handele sich um saudiarabische Staatsbürger, sagte Riads Außenminister Adel al-Dschubeir am Samstag bei einer Konferenz in Bahrains Hauptstadt Manama als Begründung. "Sie sind in Saudi-Arabien inhaftiert, die Ermittlung findet in Saudi-Arabien statt und sie werden in Saudi-Arabien strafrechtlich verfolgt", fügte er hinzu.

Die Türkei hatte am Freitag die Auslieferung der 18 Verdächtigen gefordert, die im Zusammenhang mit Khashoggis Tötung im saudiarabischen Konsulat in Istanbul Anfang Oktober festgenommen worden waren.

Adel al-Dschubair bezeichnete die Diskussion um den Tod Khashoggis als „hysterisch“. Die Menschen würden Saudi-Arabien für die Tötung verantwortlich machen, noch bevor die Ermittlungen abgeschlossen seien, sagte der Außenminister des Königreiches.

Am Donnerstag hatte die saudiarabische Generalstaatsanwaltschaft unter Berufung auf die türkischen Ermittlungen die Tötung Khashoggis erstmals als eine vorsätzlich geplante Tat bezeichnet. Die bis zu diesem Zeitpunkt von Riad offiziell verbreitete Version zu dem Todesfall besagte, dass Khashoggi während eines Besuchs des saudiarabischen Konsulats in Istanbul bei einem "Faustkampf" zu Tode gekommen sei. Diese Darstellung wird international jedoch stark angezweifelt.

Am Sonntag reist Saudi-Arabiens Generalstaatsanwalt Saud bin Abdullah al-Muadschab nach Istanbul, um dort mit seinem türkischen Amtskollegen Irfan Fidan über den Fall zu sprechen.

(jco/AFP)
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