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Attentat mit 55 Toten in Damaskus: Extremisten bekennen sich zu Anschlag

Attentat mit 55 Toten in Damaskus : Extremisten bekennen sich zu Anschlag

Eine bislang wenig bekannte militante islamistische Gruppierung hat sich in einem Online-Video zu dem jüngsten Doppelanschlag in Damaskus mit 55 Toten bekannt. Die Authentizität des Videos konnte auch nicht überprüft werden.

Der Anschlag sei eine Reaktion auf Angriffe des Regimes von Präsident Baschar Assad auf Wohngebiete, erklärte die Gruppierung, mit dem Namen Al-Nusra-Front. Sie hatte sich schon früher im Internet zu Anschlägen in Syrien bekannt. Wer genau hinter Al-Nusra-Front steckt, ist nicht bekannt.

In dem am Freitagabend ins Netz gestellten Video wird auch auf die unterschiedlichen muslimischen Strömungen in Syrien angespielt. So wird ein besser Schutz für Sunniten gefordert und mit Rache gegen die Aleviten gedroht. Dabei handelt es sich um eine schiitische Strömung, der auch Assad und viele Mitglieder der Sicherheitskräfte angehören. Die Sunniten werden gleichzeitig aufgefordert, sich von Sicherheitskräften fernzuhalten, was wohl ein Hinweis auf weitere Anschläge ist.

Sicher ist, dass islamische Extremisten, einige mit Verbindungen zur Al-Kaida, ihre Aktivitäten in Syrien verstärkt haben. Wie viele es sind und wie groß ihr Einfluss ist, bleibt aber unklar. Der Konflikt wird dadurch aber unberechenbarer, da sich damit nicht nur die Sicherheitskräfte des Regimes und die Opposition gegenüberstehen, die von den UN zu einem Waffenstillstand und politischen Gesprächen gedrängt werden, um die Krise zu beenden.

Die schon im Land stationierten 105 UN-Beobachter und 45 zivilen Mitarbeiter der Vereinten Nationen sollten am Wochenende eine Nachschublieferung erhalten, zu der auch 25 gepanzerte Fahrzeuge gehören sollten.

Der Aufstand gegen die Herrschaft von Assad in Syrien begann im März vergangenen Jahres. Bislang kamen bei dem Konflikt nach UN-Schätzungen schon über 9.000 Menschen ums Leben.

Hier geht es zur Infostrecke: Fragen und Antworten zum Waffenstillstand in Syrien

(APD)