1. Politik
  2. Ausland

Explosion in Beirut: Helfer aus NRW reisen in den Libanon

Nach der Explosionskatastrophe : Helfer aus NRW reisen nach Beirut

Die Welt ist geschockt von den gewaltigen Zerstörungen in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Nun machen sich Helfer aus NRW auf den Weg.

Mehrere Länder schickten bereits Unterstützung. Über den EU-Krisenmechanismus machte sich unter anderem aus den Niederlanden ein Team aus 70 Spezialisten auf den Weg. Frankreich schickte zwei Militärflugzeuge mit 55 Angehörigen des Zivilschutzes und tonnenweise Material zur Behandlung von Verletzten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dem libanesischen Regierungschef Hassan Diab in einem Kondolenzschreiben ebenfalls Unterstützung zu. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Eine Gruppe des Technischen Hilfswerkes (THW) sollte noch am Mittwoch in den Libanon aufbrechen. Die Bundeswehr prüfte, welche Hilfe gegebenenfalls möglich ist. Auch das Gebäude der deutschen Vertretung in Beirut wurde beschädigt, weshalb Botschaft und der dortige Krisenstab vorübergehend aus einem älteren Gebäude arbeiteten. Auch das Gebäude des Goethe-Instituts sei schwer beschädigt worden, hieß es. Es gebe auch einige Meldungen über Verletzte unter den Deutschen.

Auch in NRW bereiten sich Helfer auf einen Einsatz in Beirut vor. Die gemeinnützige Hilfsorganisation I.S.A.R (International Search-and-Rescue), die in Duisburg gegründet wurde, entsendet am Mittwochabend ein Expertenteam in die libanesische Hauptstadt. Dazu gehören ein Arzt, ein Experte für Gefahrstoffe und zwei Logistiker, teilt die Organisation mit. Sie sollen demnach im Rahmen einer Einsatzkooperation das Team des Technischen Hilfswerks (THW) unterstützen. Außerdem fliegt ein Erkundungsteam der Hilfsorganisationen I.S.A.R. und BRH Bundesverband Rettungshunde e.V. in die libanesische Hauptstadt, um den Einsatz eines medizinischen Notfall-Einheit zu prüfen und gegebenenfalls vorzubereiten, heißt es weiter. Insgesamt werden neun Experten aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin in das Katastrophengebiet entsandt.

Kristof Kleemann, der Leiter des Beiruter Büros der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, hat die Explosion aus etwa einem Kilometer Entfernung selbst miterlebt.  Er lebt dort seit einem halben Jahr und sieht täglich das Elend in einem praktisch gescheiterten Staat. „Man darf nicht vergessen, dass der Libanon gerade durch die tiefste Wirtschafts- und Finanzkrise seiner Geschichte geht“, sagte der Projektleiter unserer Redaktion. „Dazu kommt die Corona-Pandemie, die die Krankenhäuser schon bisher an die Kapazitätsgrenzen geführt hat. Jetzt ist das medizinische Personal noch weit mehr belastet. Ohne Unterstützung aus dem Ausland wird es nicht gelingen, die Katastrophe zu bewältigen“, ergänzte Kleemann.

Die Zahl der Opfer steigt währenddessen immer weiter. Mindestens 135 Menschen seien bei der Explosion getötet und weitere 5000 verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Hassan Hamad laut einem Bericht des Fernsehsenders MTV am Mittwoch. Zuvor war nach offiziellen Angaben von mindestens 113 Toten und etwa 4000 Verletzten die Rede gewesen.

Mit Material von dpa.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Beirut ein Tag nach den erschütternden Explosionen