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Evo Morales: Boliviens Ex-Präsident soll Kind mit 15-Jähriger gezeugt haben

Schwere Vorwürfe : Boliviens Ex-Präsident soll Kind mit 15-Jähriger gezeugt haben

Die Übergangsregierung wirft Evo Morales erneut eine sexuelle Beziehung mit einer Minderjährigen vor. Zuvor war der 60-Jährige in einem anderen Fall wegen Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen und Menschenhandel angezeigt worden.

Die bolivianische Übergangsregierung hat Ex-Präsident Evo Morales in einem zweiten Fall eine sexuelle Beziehung zu einer Minderjährigen vorgeworfen. Ein Bericht wegen eines "mutmaßlichen neuen Vergewaltigungsfalles" durch Morales sei nach einer anonymen Anzeige erstellt worden, sagte Vize-Justizminister Guido Melgar am Montag (Ortszeit) in La Paz. Morales' linksgerichtete Partei Bewegung für den Sozialismus (MAS) wirft der konservativen Übergangsregierung eine politische Motivation hinter den Anschuldigungen angesichts der im Oktober anstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vor.

Nach Angaben des Justizministeriums soll das Mädchen "eine emotionale Beziehung" zu Morales gehabt und im Alter von 15 Jahren von diesem schwanger geworden sein. 2016 soll sie im Alter von 16 Jahren eine Tochter bekommen haben, sagte Melgar. In der Geburtsurkunde werde Morales als Vater genannt. Die Unterlagen seien dem Ombudsmann für Kinder und Jugendliche für weitere Ermittlungen übergeben worden. Dieser soll auch über eine mögliche Strafanzeige gegen Morales entscheiden.

In der vergangenen Woche hatte die Übergangsregierung bereits eine Strafanzeige wegen "Geschlechtsverkehrs mit Minderjährigen und Menschenhandels" gegen den 60-jährigen Ex-Präsidenten gestellt. Morales soll eine Beziehung zu einer heute 19-Jährigen begonnen haben, als diese noch minderjährig war. Auf Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen stehen in Bolivien zwischen zwei und sechs Jahre Gefängnis, für Menschenhandel liegt die Höchststrafe bei 15 Jahren.

Morales hatte als erster indigener Präsident Lateinamerikas Bolivien von 2006 bis 2019 regiert. Er war vergangenes Jahr wegen Massenprotesten und auf Drängen der Armee nach seiner umstrittenen Wiederwahl zurückgetreten. Anschließend floh der linke Politiker nach Mexiko, von wo er weiter nach Argentinien reiste.

Nach Morales' Rücktritt kam eine konservative Übergangsregierung an die Macht, die Morales bereits wegen Volksverhetzung, Terrorismus und Genozid für seine Rolle bei der Gewalt nach den Wahlen 2019 angeklagt hat. Von der Wahl am 18. Oktober ist Morales zwar ausgeschlossen, derzeit führt aber der Kandidat seiner Partei, Luis Arce, in den Umfragen.

(cpas/AFP)