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Bürgerkrieg in Syrien: EU will Sanktionen gegen Assad verschärfen

Bürgerkrieg in Syrien : EU will Sanktionen gegen Assad verschärfen

Als Reaktion auf die anhaltende Gewalt in Syrien will die EU neue Sanktionen gegen die Regierung in Damaskus verhängen. "Es besteht Einigkeit, die Sanktionen gegen Syrien zu verschärfen", sagte die zyprische Außenministerin Erato Kozakou-Markoullis am Samstag im zyprischen Paphos nach Beratungen mit ihren EU-Kollegen. Die EU hatte bereits mehrfach Strafmaßnahmen gegen die Führung um Präsident Baschar al-Assad verhängt.

Unterdessen könnte sich die gewaltige Flüchtlingswelle infolge des Blutvergießens in Syrien nach Ansicht der Bundesregierung zu einer Gefahr für die Sicherheit der ganzen Region auswachsen. "Ich mache mir sehr große Sorgen, ... dass das ein wirklicher Flächenbrand werden kann", sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Samstag in Paphos. Die große Zahl der Flüchtlinge bringe nicht nur Syriens Nachbarländer Jordanien und die Türkei in Schwierigkeiten, darüber hinaus beginne die Gewalt auch schon, in den Libanon herüberzuschwappen.

Zur Unterstützung der schutzsuchenden Menschen würden Deutschland und die anderen EU-Staaten zusätzliche Mittel bereitstellen, versprach Westerwelle. Allerdings müsse die europäische Gemeinschaft "auch so bedacht und überlegt handeln, dass nicht die ganze Region in Flammen gesetzt wird". Staatspräsident Baschar Assad solle zudem weiter in die Mangel genommen werden, sagte Westerwelle nach dem zweitägigen Treffen mit seien EU-Amtskollegen. "Wir sind der Überzeugung, dass der Druck auf das Regime von Assad erhöht werden muss".

Kämpfe gehen weiter

Während die EU auf Zypern berät, gehen die Kämpfe in Syrien weiter. Offenbar hat die syrische Armee am Samstag einen Rebellenangriff auf eine Kaserne in der Großstadt Aleppo zurückgedrängt. Das Militär habe die Aufständischen mit Hilfe von Panzern und Hubschraubern aus der Militärbasis in Hanano im Osten Aleppos vertrieben, berichteten Augenzeugen. Aus Militärkreisen in der Stadt verlautete zudem, die Soldaten hätten sechs Fahrzeuge zerstört, in denen die Rebellen erbeutete Waffen deponiert hätten.

Laut der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte nahmen die Aufständischen am Samstag einen Kontrollpunkt der Regierungstruppen im nordwestsyrischen Industriegebiet von Al-Lairamun unter Beschuss. Fünf Angreifer und mehrere Sicherheitskräfte seien getötet worden. Laut syrischem Staatsfernsehen wurden im christlichen Viertel Asisije im Zentrum Aleppos zudem eine Kirche und ein Kloster von Raketen der Rebellen getroffen. Kämpfe gab es am Samstag außerdem in der Hauptstadt Damaskus und in weiteren Landesteilen.

Im Irak wurde ein vierjähriges Mädchen getötet, als Raketen aus Syrien in einem Grenzdorf einschlugen, wie aus Militär- und Ärztekreisen verlautete. Insgesamt vier Raketen hätten am späten Freitagabend den irakischen Ort Kaim getroffen. Zwei schlugen demnach in Häuser ein, wodurch weitere vier Menschen verletzt worden seien.

Seit dem Beginn des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im März des vergangenen Jahres wurden in Syrien nach Angaben der Beobachtungsstelle mehr als 26.000 Menschen getötet. Allein am Freitag starben demnach 136 Menschen, darunter 73 Zivilisten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: August 2012: Assad scherzt über "Selbstreinigung Syriens"

(AFP/dapd/)