Janukowitsch kritisiert Vorgehen der Polizei: EU und USA verurteilen Gewalt in der Ukraine

Janukowitsch kritisiert Vorgehen der Polizei : EU und USA verurteilen Gewalt in der Ukraine

Die EU und die USA haben sich besorgt über die Gewalt gegen pro-europäische Demonstranten in der Ukraine gezeigt. Und auch der Präsident des Landes, Viktor Janukowitsch, äußerte sich kritisch zum Einsatz der Polizei.

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat sich entrüstet über den brutalen Polizeieinsatz gegen EU-Befürworter in Kiew gezeigt und die Bestrafung der Schuldigen angekündigt.

"Ich verurteile die Handlungen, die zu gewaltsamer Konfrontation und Verletzungen geführt haben", wurde Janukowitsch am Samstagabend von der Präsidialkanzlei zitiert. Er forderte eine unabhängige Untersuchung. Eine Spezialeinheit der Polizei hatte am frühen Morgen eine Kundgebung von Anhängern eines EU-Kurses der Ukraine aufgelöst.

Und auch die Europäische Union verurteile das "exzessive" Vorgehen der Polizei gegen friedliche Protestteilnehmer "entschieden", erklärten die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und Erweiterungskommissar Stefan Füle am Samstag in Brüssel.

Eine Sprecherin des US-Außenministerium sagte in Washington, "Gewalt und Einschüchterung sollten keinen Platz in der heutigen Ukraine haben". Die EU wie auch die USA betonten dabei das Recht auf Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung.

Etwa tausend pro-europäische Demonstranten hatten in der Nacht zum Samstag auf dem Unabhängigkeitsplatz im Zentrum Kiews ausgeharrt. Am frühen Morgen begann die Polizei dann nach Angaben von Augenzeugen, mit Knüppeln auf die Protestteilnehmer einzuschlagen und sie von dem Platz zu drängen. Aktivisten zufolge wurden dutzende Protestteilnehmer verletzt. Die Polizei meldete 31 Festnahmen wegen Rowdytums und Widerstands gegen die Ordnungskräfte.

Pro-europäische Ukrainer demonstrieren seit Tagen gegen den außenpolitischen Kurs von Präsident Viktor Janukowitsch. Dieser hatte die geplante Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der EU auf dem Gipfel zur Ostpartnerschaft in Vilnius Ende der Woche kurzfristig abgesagt. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund russischer Drohungen mit Handelsstrafen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Polizei löst Demonstration in Kiew auf

(AFP/dpa)
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