1. Politik
  2. Ausland

EU: Orban will über Austritt von Fidesz aus der EVP verhandeln

Europäische Volkspartei : Orban will über Austritt von Fidesz aus der EVP verhandeln

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban will über einen Austritt seiner Fidesz-Partei aus der Europäischen Volkspartei (EVP) verhandeln. Das berichtet eine ungarische Tageszeitung. Die Mitgliedschaft liegt von Fidesz in der EVP liegt seit 2019 auf Eis.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban will ungarischen Medienberichten zufolge über einen Austritt seiner Partei Fidesz aus der Europäischen Volkspartei (EVP) verhandeln. Ziel sei es dabei, dass Fidesz als autonome Gruppe Teil der EVP-Fraktion im EU Parlament bleibe. Die oppositionsnahe ungarische Tageszeitung „Nepszava“ (Dienstag) berichtete, dass Orban dies dem EVP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber in einem Brief vorgeschlagen habe. Ein Sprecher der EVP-Fraktion in Brüssel habe den Erhalt und den Inhalt dieses Briefs bestätigt, berichtete die unabhängige ungarische Internet-Zeitung „telex.hu“. Eine Bestätigung von Seiten der ungarischen Regierung gab es dafür zunächst nicht.

Der EVP-Fraktionssprecher Pedro Lopez de Pablo habe gesagt, dass über diese Angelegenheit nicht die EVP-Fraktion, sondern die EVP als Ganzes entscheiden müsse, berichtete „telex.hu“. In dem Brief an Weber habe Orban betont, es gebe zwischen Fidesz und EVP „Unterschiede der Sichtweisen und Werte“. Durch eine neue Form der Zusammenarbeit gehe es darum „Kommunikationsprobleme zu vermeiden“, schrieb „Nepszava“.

Fidesz' EVP-Mitgliedschaft ist seit 2019 auf Eis gelegt, weil Orbans Umgang mit Demokratie und Rechtsstaat dort auf Kritik stieß. Ein „Rat der Weisen“ der EVP untersucht, ob Fidesz' Politik noch mit den Werten des Parteienverbands vereinbar ist. Der Dachverband vereint die europäischen Christdemokraten, darunter auch die deutschen Unionsparteien.

Ungarn liegt unter Orbans Regierung im Dauerstreit mit der EU. Aktuell wollen Ungarn und Polen wichtige EU-Haushaltsentscheidungen, darunter die milliardenschweren Corona-Konjunkturhilfen blockieren, weil die EU die Geldverteilung an intakte Rechtsstaatsverhältnisse koppeln will.

(sed/dpa)