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Eskalation zwischen Serbien und Kosovo - KFOR verstärkt Patrouillen an Grenze

KFOR verstärkt Patrouillen an Grenze : Eskalation zwischen Serbien und Kosovo

Wegen der wachsenden Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo hat die von der Nato geführte internationale Kosovo-Truppe KFOR ihre Patrouillen an der kosovarisch-serbischen Grenze verstärkt.

Sowohl die Zahl als auch die Dauer der Einsätze sei erhöht worden, teilte KFOR am Montag mit. Die US-Botschaft in Serbien twitterte, Verteidigungsbeamte aus den USA und Kanada hätten die Grenzübergänge Jarinje und Brnjak besucht, um sich ein besseres Bild von der Lage zu verschaffen.

Zuvor hatte der serbische Präsident Aleksandar Vucic mit einer Intervention Serbiens im Kosovo gedroht, falls Serben im Kosovo von Kosovo-Albanern ernsthaft bedroht würden. Vergangene Woche hatte Serbien bereits sein Militär in Alarmbereitschaft versetzt. Militärflugzeuge und -Hubschrauber flogen nahe der Grenze.

Hintergrund ist ein Streit um Autokennzeichen. Serbien montiert seit Jahren die Kennzeichen von im Kosovo registrierten Fahrzeugen ab, die nach Serbien kommen. Seit vergangener Woche ersetzt nun auch das Kosovo die Nummernschilder serbischer Fahrzeug, die ins Kosovo fahren mit eigenen Nummernschildern, die zwei Monate gültig sind und und fünf Euro kosten. Aus Protest haben Kosovo-Serben die Grenze mit Lastwagen blockiert. Daraufhin schickte die kosovarische Regierung Spezialeinheiten der Polizei mit gepanzerten Fahrzeugen ins Grenzgebiet.

Vucic hat das Vorgehen des Kosovo als kriminell bezeichnet und verlangt den Rückzug der Spezialeinheiten von der Grenze als Vorbedingung für Verhandlungen.

Die Nato hatte 1999 in den Krieg im Kosovo eingegriffen und serbische Truppen zum Rückzug aus der Provinz gezwungen, in der albanische Separatisten für die Unabhängigkeit kämpften. Die danach aufgestellte KFOR-Truppe umfasst rund 4000 Soldaten. 2008 erklärte sich das Kosovo für unabhängig, was Serbien bis heute nicht anerkennt.

(felt/dpa)