Ernst Strasser muss für drei Jahre ins Gefängnis

Ehemaliger österreichischer Innenminister : Ernst Strasser muss drei Jahre ins Gefängnis

Der ehemalige österreichische Innenminister Ernst Strasser ist zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Das entschied der Oberste Gerichtshof in Wien. Er hatte sich der Bestechlichkeit strafbar gemacht.

Strasser, der von Februar 2000 bis Dezember 2004 Innenminister Österreichs gewesen war, war bereits im Januar 2013 zu vier Jahren Haft verurteilt worden, das Urteil war aber aufgrund von Verfahrungsmängeln aufgehoben worden.

Der heute 58-Jährige war zwei als Lobbyisten getarnten englischen Journalisten auf den Leim gegangen. Er hatte 100.000 Euro dafür verlangt, im EU-Parlament für eine Abänderung dreier Richtlinien einzutreten. Dabei ging es um gefährliche Stoffe in Elektrogeräten, genetisch verändertes Saatgut und Elektroschrott.

Wie der österreichische "Kurier" berichtet, habe Strassers Verteidiger Thomas Kralik in seinem Plädoyer noch darauf hingewiesen, dass Strasser bereits "politisch und gesellschaftlich tot" sei. Der Angeklagte selbst, der auf Freispruch plädierte, gab sich reumütig und sagte: "Ich muss nach vier Jahren eingestehen, dass ich schwere Fehler gemacht habe, die ich bedaure. Ich habe die Rechnung saftig bezahlt bekommen."

Eckart Ratz, Vorsitzender des Berufungssenates, sagte in seiner Begründung, dass es keine Milderungsgründe gebe, "weil ein korrupter Europaabgeordneter ist ein Übel, das die gesamte Union infrage stellt".

(spol)