Erneut Proteste in Ecuador - Rotes Kreuz stellt Dienst ein

Polizei setzt Tränengas ein : Erneut Proteste in Ecuador - Rotes Kreuz stellt Dienst ein

Ecuadorianer haben am Mittwoch erneut in mehreren Städten gegen die Regierung demonstriert. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen zwischen Steine werfenden Demonstranten und der Polizei, die mit Tränengas versuchte, Menschenmengen auseinander zu treiben.

Das Militär warnte vor Gewalt und kündigte an, dass es für Recht und Ordnung sorgen werde. In der Hauptstadt Quito verbrannten überwiegend junge Demonstranten Reifen und stellten sich Sicherheitskräften entgegen. Auch Gewerkschaftsmitglieder und Indigene protestierten, überwiegend friedlich. In der Hafenstadt Guayaquil versammelten sich Tausende, um gegen die Gewalt auf den Straßen zu demonstrieren. Einige trugen weiße Kleidung und weiße Flaggen.

Das ecuadorianische Rote Kreuz teilte mit, seine ambulanten Dienste aus Sicherheitsgründen vorerst einzustellen. Freiwillige Mitarbeiter seien an verschiedenen Orten während der vergangenen Tage angegriffen worden, am Montag hätten Menschen in Quito Steine auf einen Rettungswagen geworfen, berichtete die Hilfsorganisation.

Gewerkschaften hatten für Mittwoch einen landesweiten Streik angekündigt. Das wirtschaftliche Treiben in weiten Teilen Ecuadors ist bereits von gewaltsamen Auseinandersetzungen, Plünderungen und Straßenblockaden behindert worden. Präsident Lenín Moreno verlegte die Regierungsgeschäfte wegen der Unruhen aus Quito nach Guayaquil.

Einen Rücktritt lehnte Moreno ab. Seine Regierung verhandele mit Dutzenden indigenen Gruppen, die protestierten, sagte er. Der Dialog sei schwierig, weil so viele indigene Gruppen involviert seien.

Die Ausschreitungen hatten sich vergangene Woche an Kraftstoffpreiserhöhungen entzündet, die auf eine Beendigung von Subventionen folgten. Laut Regierung wurden bislang etwa 570 Menschen festgenommen.

(zim/dpa)
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