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Erdogan: Muslime haben Amerika 300 Jahre vor Kolumbus entdeckt

Türkischer Präsident : Erdogan: Muslime haben Amerika 300 Jahre vor Kolumbus entdeckt

Muss die Geschichte neu geschrieben werden? Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die immer wieder aufflammende Diskussion um den wahren Entdecker von Amerika neu angestoßen.

Muslimische Matrosen erreichten bereits gut 300 Jahre vor dem als Entdecker geltenden Christoph Kolumbus den Kontinent, wie er vor einer Versammlung muslimischer Gelehrter aus Lateinamerika sagte. Kontakte zwischen dem Islam und Lateinamerika habe es bereits seit dem 12. Jahrhundert gegeben.

"Angeblich entdeckte Kolumbus 1492 den amerikanischen Kontinent", sagte Erdogan auf der Veranstaltung am Samstag, wie am Sonntag bekanntwurde. "Tatsächlich landeten muslimische Matrosen dort bereits 314 Jahre vor Kolumbus, im Jahr 1178."

Kolumbus selbst habe in seinen Reiseberichten von der Existenz einer Moschee auf einem Hügel an der Küste von Kuba berichtet", meinte Erdogan weiter und fügte hinzu, er würde gerne eine solche heutzutage dort sehen. Gelehrte haben diese Beschreibungen von Kolumbus angezweifelt und darauf verwiesen, dass es keine archäologischen Beweise dafür gebe, dass Muslime vor der Ankunft des Italieners auf dem Kontinent gelebt hätten.

Wer wirklich Amerika entdeckte, ist lang umstritten gewesen. Verschiedene Wissenschaftler sind überzeugt, dass andere den Kontinent vor Kolumbus erreichten. Als erster Europäer, der das nordamerikanische Festland zu Gesicht bekommen hat, gilt aktuell Bjarni Herjúlfsson. Er kam 986 auf der Fahrt von Island nach Grönland vom Kurs ab und berichtete später von "bewaldeten Hügeln im Westen". Allgemein gilt in der Forschung als anerkannt, dass bereits um das Jahr 1000 Grænlendingar − unter Leif Eriksson — amerikanischen Boden betraten.

(ap)