Für 500 Millionen Euro: Erdogan bekommt Luxusjet von Katar geschenkt

Für 500 Millionen Euro : Erdogan bekommt Luxusjet von Katar geschenkt

Die Türkei hat nach Angaben von Präsident Erdogan ein Luxusflugzeug vom Emir von Katar geschenkt bekommen.

Scheich Tamim bin Hamad al-Thani habe den zum Verkauf stehenden Jumbojet der Türkei als "Geschenk" angeboten, sagte Erdogan laut Medienberichten vom Montag. Die Opposition hatte Erdogan vorgeworfen, die Boeing 747-8, die einen Wert von umgerechnet 340 Millionen Euro haben soll, gekauft zu haben.

Erdogan sagte auf der Rückreise von einem Besuch in Aserbaidschan vor Journalisten, die Türkei sei an einem Kauf des Flugzeugs interessiert gewesen. Als der Emir dies erfahren habe, habe er gesagt: "Ich werde von der Türkei kein Geld annehmen, ich werde dieses Flugzeug verschenken." Erdogan sagte, er werde das Flugzeug auf seinen Reisen nutzen. Es gehöre aber nicht ihm, sondern dem türkischen Staat.

Medienberichten zufolge gehörte die riesige Maschine bisher zur persönlichen Flugzeugflotte des Emirs. Sie soll Plätze für 76 Passagiere haben und über Konferenz- und Loungeräume verfügen.

Die größte Oppositionspartei CHP hatte Erdogan vorgeworfen, das Flugzeug gekauft zu haben. Die Abgeordnete Gamze Tascier schrieb im Onlinedienst Twitter, ein Vertreter einer Firma aus der Schweiz habe den Verkauf einer Boeing 747-8 bestätigt. Nach Erdogans Erklärung kritisierte Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu, dass der Präsident ein solches Geschenk angenommen habe. "Wie kann Ihnen dabei nicht unwohl sein?", fragte Kilicdaroglu.

Die CHP und andere Erdogan-Kritiker unterstellen dem Präsidenten immer wieder seinen Hang zum Luxus und führen als Beispiel etwa den 2014 eingeweihten Präsidentenpalast in Ankara an.

Die Türkei und Katar hatten ihre Beziehungen zuletzt vertieft. Als im August die türkische Währung inmitten eines Streits mit den USA massiv einbrach, empfing Erdogan den Emir in Ankara. Der Herrscher des erdgasreichen Golfstaats kündigte bei dem Besuch an, 15 Milliarden Dollar in der Türkei zu investieren. Ankara hat sich im Gegenzug auf die Seite von Katar gestellt, als Saudi-Arabien und weitere Golfstaaten 2017 eine Blockade gegen Katar verhängten.

(ham/AFP)