Mandelas Gesundheitszustand weiterhin kritisch: "Er macht immer noch seine Augen auf"

Mandelas Gesundheitszustand weiterhin kritisch : "Er macht immer noch seine Augen auf"

Südafrika bangt weiter um den schwer kranken Nelson Mandela. Der Gesundheitszustand des 94-Jährigen sei immer noch kritisch, aber stabil, sagte seine Enkeltochter Ndileka Mandela am Donnerstag.

Sie äußerte sich vor einer Klinik in Pretoria, nachdem sie Mandela dort gemeinsam mit anderen Familienangehörigen besucht hatte. Für die Familie sei die derzeitige Situation auch deshalb so schwierig, weil sie vor den Augen der Öffentlichkeit damit umgehen müssten, sagte Ndileka weiter. Auch seine Tochter Makaziwe Mandela äußerte sich. Sie sagte, vielleicht sei Gott gnädig und "Tata (Vater) ist am 18. Juli noch am Leben und wir können als Familie seinen Geburtstag wie immer feiern". Mandela wird am 18. Juli 95 Jahre alt. "Ich will nicht lügen, er sieht nicht gut aus. Aber er macht immer noch seine Augen auf", sagte die Tochter Makaziwe Mandela im Fernsehsender SABC.

Chor singt für Mandela

Die Südafrikaner nahmen derweil einmal mehr in bewegenden Gesten Anteil am Schicksal ihres Nationalhelden: Vor dem Krankenhaus, in dem Mandela behandelt wird, versammelten sich Mitglieder eines Chors der Heilsarmee, um für den Schwerkranken zu singen und zu beten. Weitere Bürger legten am Donnerstag zudem Blumen und ermutigende Grußbotschaften für den Anti-Apartheid-Führer vor den Stufen der Klinik nieder.

Aus Sorge um Mandela hatte Staatschef Jacob Zuma zuvor einen Staatsbesuch nach Mosambik abgesagt und den Friedensnobelpreisträger am Donnerstagabend im Krankenhaus besucht. Die Ärzte würden immer noch alles in ihrer Macht Stehende tun, um für das Wohlergehen Mandelas zu sorgen, erklärte Zuma nach seinem Besuch.

Medienberichten zufolge ist Mandela an Lebenserhaltungssysteme angeschlossen. Ein Sprecher Zumas wollte das mit Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht und die Privatsphäre Mandelas jedoch nicht kommentieren.

Mandela, der erste schwarze südafrikanische Präsident nach dem Ende der Apartheid 1994, war am 8. Juni ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er litt in der Vergangenheit immer wieder an schweren Atemwegsproblemen, weil er während der 27 Jahre, die er unter dem Apartheid-Regime im Gefängnis verbracht hatte, an Tuberkulose erkrankt war.

US-Präsident Barack Obama hat den schwer kranken südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela als einen Helden für diese Welt gewürdigt. Sollte der 94-Jährige sterben, werde sein Vermächtnis über Jahrhunderte bestehenbleiben, sagte Obama während seiner Afrikareise in der senegalesischen Hauptstadt Dakar.

Die zunehmende Sorge um den todkranken Mandela überschattet auch die Vorbereitungen des Südafrika-Besuchs von Obama, der am Freitag am Kap erwartet wird.

(ap/dpa/hüls/das)