Emmanuel Macron: Verantwortung für Leibwächter habe ich

Leibwächter-Affäre : Macron: „Der einzige Verantwortliche bin ich“

Erstmals äußert sich der französische Präsident zur Prügelaffäre seines Leibwächters. Er kritisiert Opposition und Medien.

Sechs Tage lang hatte Emmanuel Macron zur Prügelaffäre um seinen früheren Sicherheitsbeauftragten Alexandre Benalla geschwiegen. Am Dienstagabend kam der Präsident dann aus der Deckung. Nicht vor allen Franzosen, sondern vor einem ausgewählten Publikum übernahm der Staatschef die volle Verantwortung für alles, was rund um den brutalen Auftritt des Nicht-Polizisten Benalla an der Seite der Polizei bei der Mai-Kundgebung in Paris passiert ist.

„Der einzige Verantwortliche in der Affäre bin ich“, sagte der 40-Jährige in einer kämpferischen Tonlage, die an seine Wahlkampfauftritte erinnerte. „Ein Verrat und eine Enttäuschung“ sei das Verhalten Benallas für ihn gewesen, gestand Macron den Abgeordneten seiner Partei „La République en Marche“ (LREM). Obwohl das Treffen im Pariser Lateinamerikahaus hinter verschlossenen Türen stattfand, twitterten die Parlamentarier die Äußerungen des Präsidenten, von denen es auch ein Video gibt.

„Ich bin es, der Alexandre Benalla vertraut hat. Ich habe die Strafe bestätigt“, versicherte Macron und machte damit klar, dass keiner seiner Mitarbeiter als Bauernopfer herhalten muss. Der 26-jährige Bodyguard, der bereits im Wahlkampf Macrons Leibwächter gewesen war, wurde nach seiner Entgleisung nur milde bestraft und für zwei Wochen vom Dienst suspendiert. Die Justiz schaltete der Elysée nicht ein. Das geschah erst, als die Zeitung „Le Monde“ vor einer Woche Benalla auf dem Gewaltvideo identifizierte, das seit dem 1. Mai im Internet zirkulierte.

Der Präsident nutzte seinen Auftritt zu einer Kritik an den Medien. „Wir haben eine Presse, die nicht mehr die Wahrheit sagt.“ Er spielte dabei auf pikante Details an, die über die privilegierte Stellung des Leibwächters bekannt geworden waren. Macron dementierte einen Teil dieser Informationen auf ironische Weise: „Alexandre Benalla hat nie die Atomcodes besessen, er hat nie eine Dienstwohnung von 300 Quadratmetern bewohnt, er hat nie 10.000 Euro verdient, er war nicht mein Geliebter.“

Seinen Gegnern warf er vor, eine Republik des Hasses und der Sündenböcke zu wollen. Ausschüsse von Nationalversammlung und Senat untersuchen parallel die Ereignisse des 1. Mai. Dabei sollen Verantwortliche des Elysée und der Polizei klarstellen, ob es rund um Benalla eine parallele Sicherheitsstruktur für den Präsidenten gab, der eigentlich von einer Spezialtruppe der Polizei beschützt wird. Regierungschef Edouard Philippe warf den Abgeordneten vor, sich als Staatsanwälte aufzuspielen.

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