Ehemaliger UN-Generalsekretär: Kofi Annan ist tot

Ehemaliger UN-Generalsekretär : Kofi Annan ist tot

Der ehemalige UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger Kofi Annan ist nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Stiftung am Samstagmittag.

Kofi Annan ist tot. Der ehemalige UN-Generalsekretär sei nach kurzer Krankheit friedlich eingeschlafen, erklärte seine Stiftung in Genf. Annan wurde 80 Jahre alt. Seine Familie, neben seiner Frau Nane die drei Kinder Ama, Kojo und Nina, hätten die letzten Tage an seiner Seite verbracht.

Annan war von 1997 bis 2006 Generalsekretär der Vereinten Nationen. 2001 erhielt er gemeinsam mit den UN den Friedensnobelpreis. Nach seiner Amtszeit war er weiter als Vermittler engagiert, so nach der umstritten Präsidentenwahl in Kenia 2007 und als Sondergesandter im Syrienkonflikt 2012.Zuletzt leitete er eine Kommission, die das Vorgehen des Militärs in Myanmar gegen muslimische Rohingya untersuchte.

In seine Amtszeit als oberster UN-Diplomat fielen die Terroranschläge des 11. September 2001 in den USA, die Kriege in Afghanistan, im Irak und im Sudan sowie viele weitere lokale Konflikte in Afrika, Zentralasien und dem Nahen Osten. Die angestrebte Reform der Vereinten Nationen blieb in Ansätzen stecken.

Der Häuptlingssohn wurde am 8. April 1938 in Kumasi an der Goldküste geboren. In der Sprache seines Fante-Stamms im Westen Ghanas bedeutet Kofi "Freitag". Rund ein halbes Jahrhundert stand Annan im Dienst der Vereinten Nationen. Seit 1962 führten ihn seine Tätigkeiten unter anderem nach Addis Abeba, Kairo und Genf.

Die irakische Besetzung Kuwaits 1990 und die Massaker an Zivilisten im Bosnien-Konflikt waren diplomatische Feuertaufen für das höchste Amt als UN-Friedenswahrer. 1994 erlebte er als mitzuständiger UN-Diplomat beim Völkermord in Ostafrika seine bitterste Stunde. Das Versagen der Vereinten Nationen in Ruanda nahm er auch persönlich auf seine Kappe.

Seine Auszeichnungen und Ehrungen sind Legion, darunter zwei Dutzend Ehrendoktortitel von vier Kontinenten, der Sacharow-Preis des EU-Parlaments (2003), der Orden des Fürsten Jaroslaw des Weisen (2002) sowie zahlreiche Menschenrechts- und Friedenspreise. Die englische Königin Elizabeth II. schlug ihn 2007 ehrenhalber zum Ritter.

Annan war Gründungsmitglied der "Global Elders", einer Gruppe von Persönlichkeiten mit dem Ziel, zur Bewältigung globaler Krisen beizutragen. Er war Gründer und Präsident des Global Humanitarian Forum mit Sitz in Genf. Von März bis August 2012 als Vermittler im Syrien-Krieg war er Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für den Syrien-Konflikt.

Bis zuletzt war Annan ein gefragter Redner und Troubleshooter. In einem Interview Anfang 2018 äußerte er sich besorgt über neue globale Fragen wie den Verfall der demokratischen Diskussionskultur durch die Sozialen Medien, den Vormarsch von künstlicher Intelligenz und digitaler Überwachung sowie Bedrohungen des Multilateralismus.

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(mro/dpa/KNA)
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