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Ehemaliger Guantánamo-Häftling muss vor Gericht erscheinen

Ehemaliger Guantánamo-Häftling muss vor Gericht erscheinen

Der frühere Guantánamo-Häftling Moazzam Begg, der vergangenen Dienstag in Birmingham festgenommen worden war, muss sich vor Gericht verantworten. Die britischen Behörden legen ihm nun offiziell Unterstützung von Terroraktivitäten im Zusammenhang mit Syrien zur Last.

Momentan befindet sich Begg in Untersuchungshaft, wie ein Gericht am Samstag entschied. Dort soll er noch bis zum 14. März verbleiben. Begg hatte vor Gericht bestritten, Terroristen trainiert und Terrorismus in Übersee finanziert zu haben.

Der 45-jährige war gemeinsam mit der 44-jährigen Gerrie Tahari festgenommen worden. Beide leben in der Region Birmingham in Großbritannien. Auch Tahari wies vor Gericht alle Vorwürfe zurück, im Ausland Terrorismus unterstützt zu haben. Ermittler verhörten zudem zwei weitere Festgenommene, darunter Taharis 20 Jahre alten Sohn. Anlass für die Festnahmen und Verhöre waren verdächtige Reisen nach Syrien. Offenbar werden Begg und Tahari verdächtigt, an Terror-Camps teilgenommen zu haben.

Begg war einer der britischen Häftlinge im US-Sondergefängnis Guantanamo. 2002 war er in Pakistan festgenommen worden und als "feindlicher Kämpfer" zunächst in Afghanistan und später in Guantanamo auf Kuba inhaftiert. 2005 kam er frei und verklagte die britische Regierung wegen Freiheitsberaubung. Die Klage endete mit einem Vergleich. Später gründete Begg die Organisation Cage (zu deutsch "Käfig"), die sich für die Rechte von Terrorverdächtigen einsetzt. Außerdem trat er immer wieder auf Veranstaltungen von Amnesty International auf und setzt sich gegen Folter ein.

(ap)