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Ostukraine: Dutzende Tote und Verletzte bei neuen Kämpfen

Ostukraine : Dutzende Tote und Verletzte bei neuen Kämpfen

Die diplomatischen Vorstöße beim G20-Gipfel in Brisbane haben den blutigen Konflikt in der Ukraine nicht entschärft. Bei erneuten schweren Gefechten zwischen militanten Separatisten und der Armee seien im Raum Donezk Dutzende Menschen ums Leben gekommen, teilte die prowestliche Führung in Kiew am Montag mit.

"Wir müssen auf jede Entwicklung gefasst sein - auch auf eine offene Aggression mit Russland", warnte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat der früheren Sowjetrepublik. Die Armee habe die seit Anfang geltende Feuerpause genutzt, um die Verteidigungslinie zu verstärken. Russland wies erneut mit Nachdruck Vorwürfe zurück, die Aufständische auszurüsten.

An diesem Dienstag soll Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei einem Besuch in Kiew Möglichkeiten zur Entschärfung der Krise ausloten. Steinmeier wird am Abend dann zu Gesprächen in Moskau erwartet. Den Vereinten Nationen zufolge starben bei dem Konflikt seit April bereits rund 4000 Menschen, darunter viele Zivilisten.

Erneute Kämpfe gab es vor allem rund um den geschlossenen Flughafen der Großstadt Donezk, der von Regierungseinheiten gehalten wird. Hier sei eine Offensive prorussischer Aufständischer zurückgeschlagen worden, teilte die ukrainische Armee mit. Mindestens 23 Rebellen seien dabei getötet und 27 verletzt worden. Auch auf der Seite des Militärs gab es demnach Opfer. Mindestens sechs Soldaten seien bei Schusswechseln mit Separatisten getötet worden, hieß es. Neun weitere Soldaten wurden verletzt. Eine unabhängige Bestätigung gab es nicht.

Der Stadtverwaltung Donezk zufolge kam mindestens ein Zivilist bei Artilleriebeschuss ums Leben. Acht weitere Bewohner wurden verletzt.

Russland warf der proeuropäischen Führung im Nachbarland erneut vor, mit dem Beschuss der Separatistenhochburgen Donezk und Lugansk "friedliche Bürger" zu gefährden. Der Westen verschließe die Augen vor der "Strafaktion" der ukrainischen Regierung gegen Zivilisten, sagte Sprecherin Maria Sacharowa vom Außenministerium in Moskau.

"Statt konstruktiv über die Probleme zu diskutieren, sucht die Nato nur Gründe, um ihr Heranrücken an Russlands Grenzen zu rechtfertigen und schafft damit ein ernstes Sicherheitsrisiko im euroatlantischen Raum", sagte Sacharowa der Agentur Interfax zufolge.

(dpa)