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Dutzende Kinder bei Luftangriff auf Schulbus im Jemen getötet: Vergeltungsaktion gegen Huthi-Rebellen

Vergeltungsaktion gegen Huthi-Rebellen : Dutzende Kinder bei Luftangriff auf Schulbus im Jemen getötet

Bei einem Luftangriff auf einen Schulbus im Jemen sind Dutzende Menschen, vor allem Kinder, getötet worden. Viele weitere Menschen wurden bei dem Bombardement verletzt.

Nach Angaben des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes wurden bei dem Luftangriff mindestens 29 Kinder getötet. 48 weitere Menschen, darunter 30 Kinder, seien verletzt worden. Die Huthi-Rebellen, die die Region Saada kontrollieren, hatten zuvor mitgeteilt, bei dem Angriff am Donnerstagmorgen seien 50 Menschen getötet und bis zu 77 verletzt worden - „die meisten davon Kinder“. Das sagte Jussef al-Hadri, Sprecher des Gesundheitsministeriums. Das Ministerium wird von schiitischen Huthi-Rebellen geführt und macht das Militärbündnis mit der dortigen Lufthoheit für den Angriff verantwortlich.

Der Sprecher des von Saudi-Arabien geführten Bündnisses, Turki al-Malki, gab Luftangriffe in der Provinz Saada zu. Diese hätten den örtlichen Huthi-Rebellen gegolten - als Vergeltungsaktion für einen Raketenangriff in der Nacht zuvor. Die Bombardements stünden dabei im Einklang mit internationalem und humanitärem Recht. Seit mehr als drei Jahren attackiert die Allianz Stellungen der Huthi-Rebellen. Tausende Menschen, darunter viele Zivilisten, wurden dabei bislang getötet.

Seit der Eskalation des Konfliktes im Jahr 2015 sind insgesamt mehr als 10.000 Menschen getötet worden, darunter tausende Zivilisten. Der Angriff am Donnerstag ist einer der schwersten auf unbeteiligte Menschen in dem Bürgerkrieg.

Anwohner berichteten, der Bus habe Kinder in eine Sommerschule nahe dem Ort Dahjan fahren sollen, als er getroffen wurde. Bilder, die im Internet kursierten, zeigten verkohlte Leichen in einem Krankenhaus. Ein kleiner Junge wird auf eine Liege gehoben - seinen blauen Schulranzen hat er noch auf. Die Echtheit der Bilder konnte zunächst nicht überprüft werden.

Auch wegen der Luftangriffe bezeichnen die Vereinten Nationen den Konflikt als schwerste humanitäre Krise der Gegenwart. Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen sind vielerorts zerstört. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat mehr als die Hälfte der 28 Millionen Jemeniten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Mehr als 22 Millionen sind nach UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die Ort des Angriffs, die Provinz Saada im Norden des Jemen, ist das Stammland der Huthi-Rebellen, die das Land 2014 zu weiten Teilen eroberten. Bis heute kontrollieren sie vor allem den Norden des Landes und die Hauptstadt Sanaa.

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Erst vor einer Woche hatte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, die ersten Friedensgesprächen seit zwei Jahren angekündigt. Er wolle die Konfliktparteien zum 6. September nach Genf einladen. Doch tobt der Krieg weiter: Erst am Freitag hatte ein Bombardement nahe eines Krankenhauses in der Hafenstadt Hudaidah mehr als 50 Menschen getötet. Am Donnerstag gab es zudem mindestens fünf weitere Luftangriffe auf Sanaa.

(das/mba/dpa/AFP)