1. Politik
  2. Ausland

Wegen Mordes und Vergewaltigung angeklagt: Droht US-Soldaten im Irak die Todesstrafe?

Wegen Mordes und Vergewaltigung angeklagt : Droht US-Soldaten im Irak die Todesstrafe?

Bagdad (rpo). Wieder ist ein amerikanischer Soldat wegen Verfehlungen im Irak-Einsatz angeklagt. Dem 21-Jährigen werden Vergewaltigung und Mord an irakischen Zivilisten vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung droht dem Soldaten die Todesstrafe.

Im Fall des angeklagten früheren US-Soldaten Steven Green sind weitere fünf Armeeangehörige angeklagt worden. Wie die US-Armee am Sonntag in Bagdad mitteilte, wird gegen vier Männer wegen einer direkten Beteiligung an der Vergewaltigung einer jungen Irakerin sowie des Mordes an ihr und drei ihrer Familienangehörigen ermittelt. Ein fünfter Soldat werde beschuldigt, von der Tat Mitte März rund 30 Kilometer südlich von Bagdad nahe Mahmudijah gewusst und geschwiegen zu haben.

Nach Überprüfung der Beweislage soll entschieden werden, ob die fünf Beschuldigten vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Der inzwischen aus der US-Armee entlassene 21-jährige Green wurde wegen des Falls bereits vor einem Zivilgericht in den USA angeklagt.

Nach Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI drangen Green und zwei weitere US-Soldaten in der Nacht zum 12. März in ein Haus ein; dort soll der Angeklagte zunächst einen Mann, eine Frau und ein etwa fünf Jahre altes Mädchen getötet haben. Anschließend hätten er und ein anderer GI die junge Frau vergewaltigt, die Green daraufhin mit zwei oder drei Schüssen getötet habe. Ein vierter Mittäter soll außerhalb des Gebäudes gewartet haben.

Die alkoholisierten Täter verbrannten den FBI-Dokumenten zufolge ihre Kleidung und warfen die Tatwaffe in einen Kanal. Sie versuchten demnach auch, den Leichnam der jungen Irakerin zu verbrennen. Green war Wochen später wegen "Persönlichkeitsstörungen" aus der Armee entlassen worden. Im Falle eines Schuldspruchs droht ihm die Todesstrafe.

Green stammt aus derselben Einheit wie die beiden im Juni entführten und grausam ermordeten US-Soldaten Kristian Menchaca und Thomas Tucker. Erst bei dem anschließenden Antistress-Training in deren Einheit, mit dem Racheakte gegen die irakische Bevölkerung vermieden werden sollten, kam der Vorfall von Mahmudija ans Licht. Unklar ist bislang, ob es einen Zusammenhang zwischen der Mordserie von Mahmudijah und der Entführung von Menchaca und Tucker gibt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: US-Offensiven im Irak

(afp)