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Eskalation in Thailand: Drei Tote bei neuer Gewalt in Bangkok

Eskalation in Thailand : Drei Tote bei neuer Gewalt in Bangkok

Bei gewaltsamen Protesten von Regierungsgegnern in der thailändischen Hauptstadt Bangkok ist am Dienstagmorgen ein Polizist erschossen worden. Auch zwei Demonstranten starben an Schusswunden. Die Situation eskalierte, als Polizisten eine besetzte Straßenkreuzung räumen wollten.

Bei den gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Bangkok sind nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Neben einem Polizisten starben auch zwei Demonstranten an Schusswunden, berichtete der Sanitätsdienst der thailändischen Hauptstadt.

Ein weiterer Polizist war in Lebensgefahr. Mindestens 17 Beamte seien verletzt worden. Eine Beamter sei von Bombensplittern nach einer Explosion verletzt worden.

Die Gewalt brach am Dienstag aus, als Polizisten seit Wochen von Regierungsgegnern besetzte Straßenkreuzungen räumen wollten. Seit Beginn der Proteste im November sind damit mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen.

Hundert Demonstranten abgeführt

Bei einem Einsatz gegen die Besetzung von Regierungsgebäuden waren zuvor dutzende Demonstranten festgenommen worden. Am besetzten Komplex des Energieministeriums in Bangkok seien rund hundert Demonstranten abgeführt worden, sagte der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Paradorn Pattanatabut.

Die Proteste gegen die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra halten bereits seit drei Monaten an. Sie hatten sich an einem von der Regierung befürworteten Amnestiegesetz entzündet, das Yinglucks Bruder, dem früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra, wohl eine Rückkehr aus dem Exil erlaubt hätte. Die Opposition sieht Yingluck als eine Marionette ihres Bruders, dem sie Korruption und Bestechung vorwirft. Die Familie ist in weiten Teilen der Mittelschicht von Bangkok und im Süden verpönt.

Die Opposition fordert den Rücktritt der Ministerpräsidentin. Yingluck hatte im Zuge der Proteste am 2. Februar eine vorgezogene Parlamentswahl abhalten lassen. Diese wurde jedoch von der Opposition boykottiert. Demonstranten blockierten 10.000 Wahllokale und hinderten so Millionen Bürger an der Abstimmung. Sie sollen nun am 20. und 27. April wählen können. Die Wahlkommission will Ergebnisse erst dann bekanntgeben, wenn alle Bürger abstimmen konnten.

(AFP/dpa)