Donald Trump: US-Marineschiff hat iranische Drohne zerstört

Angespannte Lage : Trump verkündet Abschuss von iranischer Drohne durch US-Marineschiff

Weitere Zwischenfälle in der Straße von Hormus: Ein US-Marineschiff soll eine iranische Drohne zerstört haben. Der Iran bestreitet die Existenz der Drohne. Revolutionsgarden setzten unterdessen im Golf einen Öltanker fest.

Die Spannungen zwischen Washington und Teheran nehmen weiter zu: Die Mannschaft eines US-Marineschiffs hat nach Angaben von Präsident Donald Trump in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört. Die Drohne sei dem Schiff sehr nahe gekommen und habe die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew bedroht, sagte Trump am Donnerstag. Mehrere Aufrufe, sich zurückzuziehen, seien ignoriert worden.

Die „USS Boxer“, ein amphibisches Angriffsschiff, habe einen Akt der Verteidigung unternommen, nachdem die Drohne sich auf weniger als 914 Meter genähert habe, sagte Trump. Der Vorfall ereignete sich dem Pentagon zufolge gegen 10 Uhr Ortszeit. Das US-Marineschiff befinde sich nun im Persischen Golf. Wie die Drohne zerstört worden sei wollte das US-Verteidigungsministerium nicht weiter ausführen.

„Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren“, erklärte Trump und forderte andere Länder auf, Irans Vorgehen zu verurteilen.

Der Iran weiß Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zufolge nichts über eine vom US-Militär zerstörte Drohne. Iran habe keine Informationen über den Verlust einer Drohne, sagte der Minister am Sitz der Vereinten Nationen in New York.

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) wiederum teilten am Donnerstag auf ihrem Webportal mit, sie hätten einen ausländischen Tanker mit angeblich einer Million Liter geschmuggeltem Öl in der Nähe der Straße von Hormus gestoppt und die zwölf ausländischen Crewmitglieder festgenommen. Wie auf einem Video zu sehen ist, das das iranische Auslandsfernsehen Press TV zeigte, handelt es sich dabei um den Öltanker „Riah“, dessen Signal am vergangenen Wochenende plötzlich vor der iranischen Küste verschwunden war.

Bahrain kündigte an, eine Konferenz zur „Sicherheit in der See- und Luftfahrt“ zu organisieren und „Wege zu finden, um die Bedrohung durch den Iran zu verringern“.Bahrain werde eine Konferenz veranstalten, „um die freie Schifffahrt in dieser strategischen Region sicherzustellen“, teilte die staatliche Nachrichtenagentur BNA mit. Die Konferenz werde von Bahrain, den USA und Polen gemeinsam organisiert. Ein Datum nannte Bahrain nicht.

Die Lage in dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist extrem angespannt. In den vergangenen Wochen war es zu mehreren Zwischenfällen mit Tankern rund um die Straße von Hormus gekommen. Im Juni waren zwei Tanker waren bei Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt worden. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar. Die Amerikaner machten den Iran für die mutmaßlichen Attacken verantwortlich. Teheran wies die Anschuldigungen zurück.

Kurz nach dem Zwischenfall hatte das US-Militär mitgeteilt, eine iranische Rakete habe versucht, eine US-Drohne im betroffenen Seegebiet im Golf von Oman abzuschießen. Ziel der Aktion sei offensichtlich gewesen, eine Beobachtung der Tanker-Attacke zu verhindern. Der Abschussversuch sei aber erfolglos gewesen, die Rakete habe die Drohne um etwa einen Kilometer verfehlt.

Die Straße von Hormus im Persischen Golf spielt eine entscheidende Rolle im Konflikt zwischen den beiden Ländern. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Im September vergangenen Jahres drohte der iranische Präsident Hassan Ruhani mit einer Blockade.

(zim/juju/dpa/afp)
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