Donald Trump und Saudi-Arabien: „USA stehen mit geladener Waffe bereit“

Trump nach Angriffen in Saudi-Arabien : „Die USA stehen mit geladener Waffe bereit“

Nach den Worten von Präsident Donald Trump sind die USA zu einer Vergeltungsaktion für die Drohnenangriffe auf saudische Ölanlagen bereit. Es gebe „Grund zur Annahme, dass wir wissen, wer der Urheber“ ist, schrieb Trump auf Twitter.

Die USA stünden Gewehr bei Fuß, warteten indes noch auf Bestätigung sowie Angaben aus dem Königreich zur Ursache der Attacken - und „unter was für Bedingungen wir vorgehen“ sollten. Ein Regierungsvertreter betonte, alle Optionen - auch eine militärische Reaktion - lägen auf dem Tisch. Das Weiße Haus macht den Iran für die Angriffe verantwortlich und legte am Sonntagabend Satellitenfotos vor, die dessen Täterschaft nahelegen sollen. Teheran hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Durch die Angriffe auf die Rohöl-Verarbeitungsanlage Abkaik und das Ölfeld Churais brachen dort am Samstagmorgen (Ortszeit) Feuer aus, die saudische Ölproduktion brach in der Folge um die Hälfte ein. Das tägliche Produktionsvolumen fiel um geschätzt 5,7 Millionen Barrel Rohöl, was mehr als fünf Prozent der weltweiten Versorgung entspricht. Analysten sprachen von einem Angriff auf das Herz der saudischen Ölindustrie.

Die Vorfälle im Königreich schlugen sofort auf die Ölpreise durch. An der Warenterminbörse Mercantile Exchange in New York legte der Preis für US-Rohöl am Montagmorgen um 5,61 Dollar je Barrel oder 10,2 Prozent auf 60,46 Dollar zu. Der Preis für die Sorte Brent kletterte um 7,84 Dollar je Barrel oder 13 Prozent auf 68,06 je Barrel.

Wie sich die Ölpreise langfristig entwickeln, hängt nach Ansicht von Experten indes unter anderem von der Dauer der Produktionsausfälle in Saudi-Arabien ab. Das „Wall Street Journal“ zitierte einen saudischen Regierungsvertreter mit den Worten, dass ein Drittel der Förderung bis Montag wiederhergestellt werden könne. Doch dürfte es Wochen dauern, bis die Produktion wieder vollkommen normal laufe.

Trump zeigte sich bereit, mit einer Freigabe der strategischen US-Ölreserven in die Bresche zu springen. Die Maßnahme habe er gebilligt, „bei Bedarf“ würden die Reserven zur Verfügung gestellt, twitterte er. Über die Menge sei noch keine Entscheidung getroffen worden, doch werde sie ausreichen, um eine gute Versorgung der Märkte sicherzustellen.

Die Huthi-Rebellen in Saudi-Arabiens Nachbarland Jemen haben die Verantwortung für die Attacken übernommen. Das Königreich führt dort seit Jahren einen Militäreinsatz gegen die Aufständischen. Am Sonntag machte die US-Regierung indes Satellitenbilder publik, die mindestens 19 Einschlagspunkte an zwei saudischen Ölanlagen zeigen sollen. Die Aufnahmen zeigten Einschläge, die einem Angriff aus der Richtung entsprächen, in der sich der Iran oder Irak befinde, nicht aber der Jemen, erklärten Regierungsbeamte. Zusätzliche Gerätschaften, die offenbar nicht ihre Ziele erreicht hätten, seien sichergestellt worden und würden von saudischen und amerikanischen Geheimdiensten untersucht. Die Möglichkeit, dass die Drohnen vom Jemen abgefeuert und dann einen Schlenker gemacht haben könnten, schlossen die Gewährsleute nicht aus.

Der Chef der Luftabteilung der iranischen Revolutionsgarde, Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh, hatte zuvor erklärt, die Region sei wie ein Pulverfass. „Wenn Kräfte in Kontakt miteinander kommen, ist es möglich, dass ein Konflikt wegen eines Missverständnisses passiert.“

Irans Präsident Hassan Rouhani will derweil seinen amerikanischen Amtskollegen Trump am Rande der nächsten UN-Vollversammlung in New York nicht treffen. "Weder steht ein solches Ereignis an, noch wird es stattfinden", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Abbas Mousavi, am Montag im staatlichen Fernsehen und schob hinterher: "Ein solches Treffen wird es nicht geben." Teheran hat ein solches Treffen wiederholt abgelehnt. Das Weiße Haus hatte am Sonntag die Möglichkeit für ein Treffen nicht ausgeschlossen.

(felt/dpa)
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