Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur

Historisches Treffen zwischen Trump und Kim Jong Un: „Wir werden eine großartige Beziehung haben“

Das historische Treffen hat begonnen: Der US-Präsident und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un geben sich in Singapur die Hand. Donald Trump hofft auf „großartige Beziehungen“.

Die Zusammenkunft ist historisch, noch nie haben sich ein amtierender US-Präsident und ein Staatschef Nordkoreas getroffen. Pünktlich erreichten die beiden die Freizeitinsel Sentosa in Singapur. Mit einem längeren Handschlag begrüßten sich die Regierungschefs.

Beide Politiker wirkten zunächst sehr ernst und konzentriert, als sie vor dem Luxushotel Capella aufeinander zuschritten und sich die Hände gaben. Trump fasste seinem Gegenüber in einer freundschaftlichen Geste zwei Mal kurz an die Schulter, beide blickten vor jeweils sechs Flaggen ihrer Länder in die Kameras.

Historisches Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un

„Alte Vorurteile überwunden“

Anschließend gingen sie gemeinsam in das Gebäude. Nach ihrem Handschlag setzten sich Trump und Kim vor Reportern in einen Raum. Sie beantworteten Fragen, und reichten sich zwischendurch nochmals die Hand. Trump wandte sich Kim zu und reckte den Daumen hoch. Kim war oftmals lächelnd im Bild zu sehen. Vor den Reportern sitzend sagte Trump, er glaube, dass er eine „großartige Beziehung“ mit dem Machthaber haben werde. Kim Jong Un sagte: „Alte Praktiken und Vorurteile haben gegen uns gearbeitet. Aber wir haben sie alle überwunden. Und jetzt sind wir hier.“

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Die beiden Männer wollen sich gut eine Stunde lang allein unterhalten, nur Dolmetscher sind dabei anwesend. Die Entscheidung hat Kritik hervorgerufen, da der erste Teil des historischen Treffens somit praktisch ohne Zeugen abgehalten werde.

In langen Konvois waren die beiden Staatschefs zuvor aus ihren jeweiligen Hotels in Singapur durch die Innenstadt auf die kleine Insel Sentosa gefahren. Die Straßen säumten Passanten, die sich mit den Wagenkolonnen fotografierten. Vor der Insel herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen. Polizeischiffe patroullieren um den Tagungsort.

Das Treffen ist auf einen Tag angelegt. Trump und Kim wollen zuerst persönlich miteinander reden und danach in einer erweiterten Runde. Später folgt ein Arbeitsessen. Wichtigste Themen sind der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm, die Verbesserung der bilateralen Beziehungen und eine dauerhafte Friedenslösung für die koreanische Halbinsel. In US-Medien wird spekuliert, Trump und Kim könnten versuchen, ihre unterschiedlichen Auffassungen über den Begriff „Denuklearisierung“ anzugleichen. Bislang sind sich beide Seiten uneins, was mit atomarer Abrüstung gemeint ist.

Unmittelbar vor dem Treffen erlitt Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow eine Herzattacke, er ist im Krankenhaus in Washington. Nach dem Eklat beim G7-Gipfel am Wochenende war Kudlow noch in Erscheinung getreten. Er hatte Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau Verrat vorgeworfen und nahegelegt, dieser wolle Trump vor dem Treffen mit Kim politisch schwächen.

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(juju/dpa/AP/reu)
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