Donald Trump Trump erwägt US-Handelsstopp mit allen Geschäftspartnern Nordkoreas

Reaktionen auf Atomtest: Trump erwägt Handelsstopp mit allen Geschäftspartnern Nordkoreas

Nach Nordkoreas Atomtest spricht sich US-Präsident Trump gegen Versuche der Beschwichtigung aus. "Sie verstehen nur eines!", twitterte er, ohne genauer darauf einzugehen. Noch am Sonntag sollen neue Sanktionen vorbereitet werden. Außenminister Gabriel fordert eine "besonnene, aber eindeutige Antwort".

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den jüngsten Atomwaffentest Nordkoreas als "sehr feindlich und gefährlich" für die USA. Pjöngjang sei eine "große Bedrohung", schrieb er am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Südkorea merke nun, so wie er es schon gesagt habe, dass eine Appeasement-Politik nicht funktioniere. "Sie verstehen nur eines!", twitterte er, ohne genauer darauf einzugehen. "Nordkorea ist ein Schurkenstaat", der auch zu einer großen Bedrohung und Peinlichkeit für China geworden sei. China versuche zwar, im Nordkorea-Konflikt zu helfen, habe aber wenig Erfolg.

Am Sonntagabend teilte Trump über Twitter mit, dass man als Reaktion auf Pjöngjangs jüngsten Atomwaffentest "zusätzlich zu anderen Optionen" einen totalen Handelsstopp mit allen Ländern, die Geschäfte mit Nordkorea erwäge. "Wer mit Nordkorea Geschäfte macht, wird keine mit uns machen können", sagte zudem Finanzminister Steven Mnuchin am Mittag dem Fernsehsender Fox News. Er werde seine Vorschläge dem US-Präsidenten vorlegen.Trump werde noch am Sonntag mit dem Nationalen Sicherheitsrat zusammenkommen, teilte das Weiße Haus mit.

Kritik an Kim aus China

Auch China verurteilte den Atomtest. Nordkorea solle aufhören, "falsche Aktionen zu unternehmen, die die Situation verschlimmern", sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Sonntag in Peking. Machthaber Kim Jong Un solle sich an die Resolutionen der Vereinten Nationen halten und an den Verhandlungstisch zurückkehren. Das Ziel müsse eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen sein.

Der UN-Sicherheitsrat tritt am Montag (16 Uhr MESZ) zu einer Sondersitzung zusammen, um über eine Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Atomtest zu beraten. Das Treffen finde auf Antrag der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Japans und Südkoreas statt, erklärten Diplomaten am Sonntag in New York.

  • Angeblich Wasserstoffbombe gezündet : China verurteilt Nordkoreas Atomtest

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron sprachen sich in einem Telefonat ab. Sie verurteilten Nordkoreas Atomtest "aufs Schärfste". Beide seien sich darin einig gewesen, "dass Nordkorea das internationale Recht mit Füßen tritt und dass daher die Staatengemeinschaft auf diese erneute Eskalation geschlossen und entschieden reagieren muss", teilte das Bundespresseamt am Sonntag in Berlin mit. Präsident und Kanzlerin hätten sich für eine Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Nordkorea ausgesprochen.

"Man kann in Nordkorea nicht militärisch intervenieren"

Außenminister Sigmar Gabriel warf dem kommunistischen Regime vor, die ohnehin hochangespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel bewusst weiter anzuheizen. "Dieser Bedrohung sind wir alle gemeinsam ausgesetzt. Jetzt heißt es daher, gemeinsam eine besonnene, aber eindeutige Antwort zu finden", erklärte Gabriel am Sonntag. "Im Namen der Bundesregierung verurteile ich dieses Verhalten Nordkoreas auf das Schärfste", fügte er laut Mitteilung seines Ministeriums hinzu.

Bei einem Wahlkampfauftritt in seiner Heimatstadt Goslar sagte der Außenminister: "Vor allen Dingen müssen wir verhindern, dass solche Beispiele wie Nordkorea Schule machen. Gleichzeitig wissen wir: Man kann in Nordkorea nicht militärisch intervenieren."

Gabriel warnte vor hitzigen Reaktionen aus den USA: "Der Verteidigungsminister und der Außenminister haben eine ganz realistische Sichtweise, das sind kluge Leute. Bloß gefährlich, wenn der Präsident anderer Meinung ist. Das einzige Problem in den USA ist, dass der Präsident manchmal Hü sagt und seine Administration Hott." US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea kürzlich "Feuer und Zorn" angedroht, wenn es sein Atomwaffenarsenal weiter ausweite.

(felt)
Mehr von RP ONLINE