Donald Trump treibt öffentliche Demontage von Jeff Sessions voran

Jeff Sessions vor Ablösung?: Trump treibt öffentliche Demontage seines Justizministers voran

US-Präsident Trump hat seinen Justizministers Jeff Sessions erneut öffentlich kritisiert: In einem Tweet bezeichnete Trump seinen Minister als angeschlagen. Offenbar wird im Weißen Haus über eine Entlassung Sessions' nachgedacht.

Auf Twitter schrieb Trump: "Warum gehen die Ausschüsse und Ermittler - und natürlich unser bedrängter Justizminister - nicht den Verbrechen und Russland-Verbindung der betrügerischen Hillary nach?"

Trumps Äußerung ist ungewöhnlich, weil US-Präsidenten in der Regel aus Respekt vor der Gewaltenteilung den Eindruck vermeiden, Einfluss auf die Justiz zu nehmen - dies betrifft insbesondere auch öffentliche Ratschläge an den Justizminister zu Strafverfolgungsfragen.

"Angeschlagen" ist Sessions wegen des Verdachts, er habe nicht die ganze Wahrheit über seine Russland-Kontakte während des Wahlkampfs gesagt. Geschwächt ist Sessions aber auch deshalb, weil Trump in der vergangenen Woche auf beispiellose Weise öffentlich kritisiert hatte, dass sich der Minister wegen der Russland-Kontakte bei den Ermittlungen zur russischen Einflussnahme auf den Wahlkampf für befangen erklärt hatte.

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Nach Informationen der "Washington Post" wird im Weißen Haus darüber beraten, Sessions zu entlassen und auch den Sonderermittler zur Russland-Affäre, Ex-FBI-Chef Robert Mueller, zu feuern und damit die Russland-Ermittlungen zu beenden. Ein solcher Eingriff in die Justiz würde aller Voraussicht nach eine schwere politische und verfassungsrechtliche Krise auslösen.

US-Justizminister Jeff Sessions. Foto: ap

Das Nachrichtenportal "Axios" berichtete am Montag, als Nachfolger für Sessions sei der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani im Gespräch. Dieser dementierte aber; dem Sender CNN sagte Giuliani außerdem, Sessions habe "die richtige Entscheidung" getroffen, als er sich in den Russland-Ermittlungen für befangen erklärte.

(AFP/csr)