Donald Trump optimistisch über Durchbruch in Verhandlungen mit Kim Jong Un

Treffen in Singapur: Trump optimistisch über Durchbruch in Verhandlungen mit Kim

Der US-Präsident strotzt am Vorabend des historischen Gipfels vor Selbstbewusstsein. Da die Gespräche „schneller als erwartet“ vorankämen, verlegt er sogar seine Abreise aus Singapur vor. Moon und die Südkoreaner beten für ein „wunderbares Ergebnis“.

US-Präsident Donald Trump geht am Dienstag mit großem Optimismus in sein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur. Da bereits die Vorbereitungsgespräche der Diplomaten am Montag „schneller als erwartet“ vorangekommen seien, verlegte er seine ursprünglich für Mittwochmorgen (Ortszeit) vorgesehene Rückreise in die USA um gut 15 Stunden auf Dienstagabend vor, wie das Weiße Haus mitteilte. Zuvor werde er noch eine Pressekonferenz geben.

Trump telefonierte am Montag 40 Minuten mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In über sein Treffen mit Kim, das Fortschritte bei einer Entnuklearisierung Nordkoreas und einem offiziellen Friedensschluss für Korea bringen soll, das seit dem 1953 mit einem Waffenstillstand beendeten Krieg geteilt ist. Moons Präsidialamt teilte mit, Trump habe sich optimistisch gezeigt, einen diplomatischen Durchbruch erreichen zu können. Moon habe gesagt, die Südkoreaner beteten für ein „wunderbares Ergebnis“.

Dienstag trifft Trump Kim

Was genau den Optimismus auf amerikanischer Seite begründete, war nicht klar. Kim ließ sich am Montag nicht in der Öffentlichkeit sehen. US-Außenminister Mike Pompeo, der Kim zur Gipfelvorbereitung zwei Mal in Pjöngjang besucht hatte, schien die Messlatte niedriger zu hängen: „Wir sind hoffnungsvoll, dass dieser Gipfel die Bedingungen für zukünftige erfolgreiche Gespräche schafft“, sagte er.

Das erste Treffen zwischen einem US-Präsidenten und nordkoreanischen Machthaber überhaupt wird am Dienstag um 9 Uhr (3 Uhr deutscher Zeit) beginnen und nach Angaben des Weißen Hauses nur einen Tag dauern. Vor einigen Tagen hatte Trump noch gesagt, die Beratungen könnten sich auch über zwei bis drei Tage hinziehen.

Aus US-Regierungskreisen verlautete, Trump und Kim würden nach der Begrüßungszeremonie am Vormittag bis zu zwei Stunden allein miteinander sprechen, begleitet nur von ihren Dolmetschern. Das Weiße Haus teilte mit, auf dem Programm stünden zudem ein Arbeitsessen und eine weitere Gesprächsrunde am Nachmittag, zu der Trump und Kim ihre engsten Berater hinzuziehen würden. Trump werde dann von Pompeo, dem Stabschef des Weißen Hauses John Kelly, dem Nationalen Sicherheitsberater John Bolton und einige wenigen anderen Vertrauten begleitet.

  • Mike Pompeo, Außenminister der USA, spricht
    Entnuklearisierung Nordkoreas : USA stellen Kim „ausreichende Sicherheiten“ in Aussicht

Trump will mit Kim über dessen Atomwaffen- und Raketenprogramm verhandeln. Kim hat zwar eine Entnuklearisierung der Koreanischen Halbinsel zum Ziel erklärt, aber offen gelassen, was sich Nordkorea darunter vorstellt. Im Gegenzug sollen Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

Trump erwartet ein „nettes Ergebnis“

Pompeo stellte Nordkorea Sicherheiten als Gegenleistung für eine Entnuklearisierung in Aussicht, die er als „ausreichend“ bezeichnete. Die USA wollten zeigen, dass nicht die Entnuklearisierung Nordkorea bedrohe, sondern „das Gegenteil“.

Pompeo ließ offen, ob Trump einen Rückzug von US-Truppen aus Südkorea erwägt. Die US-Sanktionen blieben so lange in Kraft, bis Nordkorea entnuklearisiere, sagte er. Falls die Diplomatie nicht vorankomme, würden die Sanktionen verschärft.

Trump zeigte sich am Tag vor dem Gipfel locker und entspannt, sagte, er erwarte ein „nettes“ Ergebnis nach einem „sehr interessanten Treffen“ mit Kim. Der konziliante Smalltalk stand im scharfen Kontrast zum Furor, mit dem der twitternde Präsident nach dem G7-Gipfel in Kanada den kanadischen Premierminister Justin Trudeau und die EU bedachte. Er twitterte, es liege „Aufregung in der Luft“.

Die nordkoreanischen Staatsmedien berichteten über Kims Ankunft in Singapur und den bevorstehenden Gipfel. Bislang hatten die Nordkoreaner kaum offizielle Informationen über die Zusammenkunft bekommen, nur von Plänen war die Rede - Datum und Ort waren nicht bekannt gegeben worden.

(eler/dpa)