Donald Trump lässt Strafzölle auf Import-Fahrzeuge prüfen

Handelsstreit : Trump lässt Strafzölle auf Import-Fahrzeuge prüfen

Um Fahrzeugimporte aus dem Ausland einzudämmen und die US-Branche zu stärken, greift Donald Trump nun durch: Er lässt Strafzölle auf Import-Autos prüfen.

Trump forderte Handelsminister Wilbur Ross am Mittwoch (Ortszeit) zu dem Schritt auf, wie das Weiße Haus mitteilte. Der US-Präsident bezeichnete die Automobil- und Zulieferindustrie als Herzstück und wesentlich für die wirtschaftliche Stärke der Nation. Daher solle Ross untersuchen, ob die Einfuhr von Fahrzeugen und Autoteilen die nationale Sicherheit gefährde.

Aus dem Umfeld des Weißen Hauses verlautete, der Präsident habe neue Strafzölle in Höhe von 20 bis 25 Prozent vorgeschlagen. Unter dem Argument, Aluminium- und Stahleinfuhren bedrohten die nationale Sicherheit, hatte Trump bereits im März Strafzölle in Höhe von zehn und 25 Prozent verhängt.

Die Anordnung kommt zu einer Zeit, in der die Freihandelsgespräche mit Kanada und Mexiko auf Eis liegen. Gerade beim Thema Autoproduktion gibt es eine Hängepartie. Die Überprüfung könnte daher als Versuch gewertet werden, in den Verhandlungen mit den zwei Nachbarländern Einfluss geltend zu machen. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte zuletzt gesagt, die Neuverhandlung des Freihandelspakts Nafta könne sich eventuell ins kommende Jahr ziehen.

Kritik auch an Europäischer Union

Fast die Hälfte aller in den Vereinigten Staaten verkauften Autos kommt aus dem Ausland. Viele von ihnen werden in Produktionsstätten in Kanada und Mexiko gebaut. Bei einem Treffen mit amerikanischen Autobauern hatte Trump jüngst versprochen, die Fahrzeugherstellung wieder mehr in die USA zu verlagern. Auto-Importe aus der Europäischen Union kritisierte er und drohte bereits damit, eine „Steuer“ auf die entsprechenden Einfuhren erheben zu wollen.

Wenige Stunden vor der Ankündigung, Strafzölle prüfen zu lassen, hatte Trump gesagt, es sei sehr schwierig gewesen, mit Kanada und Mexiko zu verhandeln. Er sei nicht zufrieden mit ihren Forderungen. „Aber wir werden gewinnen und wir werden groß gewinnen“, sagte er im Weißen Haus. Amerikas Nachbarn seien sehr „verwöhnt“, weil in der Sache bislang niemand etwas unternommen habe. Das, was sie einforderten, sei unfair. Die Arbeitnehmer in der US-Autoindustrie würden bald sehr glücklich sein, sagte Trump.

Der Präsident will Nafta überarbeiten, um neben der inländischen Autobranche auch das Handelsbilanzdefizit mit Kanada und Mexiko zu reduzieren.

(das/dpa)
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