Donald Trump: Klimawandel ist für US-Präsident kein „Schwindel“ mehr

Kehrtwende des US-Präsidenten : Klimawandel ist für Trump doch kein „Schwindel“ mehr

Seit Präsident Trump im Amt ist, steht die Bekämpfung des Klimawandels auf US-Ebene hinten an. Kohle, Öl und Gas will Trump fördern, um Jobs zu sichern. Von seiner Aussage, der Klimawandel sei ein „Schwindel“, scheint er jetzt aber abzurücken.

US-Präsident Donald Trump hat sich von seiner Behauptung, der Klimawandel sei ein „Schwindel“, distanziert. „Ich leugne den Klimawandel nicht. Aber er könnte sich auch zurückentwickeln. Wir reden über (einen Zeitraum von) Millionen von Jahren“, sagte er in einem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview mit dem Fernsehsender CBS. Er glaube daran, dass es einen Unterschied zu Jahren zuvor gebe, könne aber nicht sagen, ob der von Menschen verursacht worden sei. „Ich will keine Billionen und Billionen Dollar ausgeben. Ich will nicht Millionen Jobs verlieren.“

Trump hatte den Klimawandel erstmals 2012 in einem Tweet als „Schwindel“ bezeichnet, als er behauptete, das Konzept der Erderwärmung sei von den Chinesen erfunden worden, um der Wettbewerbsfähigkeit der US-Industrie zu schaden. Später sagte er zwar, einen Witz über die angebliche Verbindung zu China gemacht zu haben, bezeichnete den Klimawandel aber weiter als „Schwindel“.

„Ich denke, etwas passiert. Etwas passiert und es wird sich wieder zurück ändern“, erklärte er. Temperaturaufzeichnungen der US-Raumfahrtagentur Nasa und der US-Ozean- und Wetterbehörde NOAA zeigen, dass die Welt seit 1976 kein Jahr mehr erlebt hat, das kälter als durchschnittlich war. Seit Ende des Jahres 1985 gab es zudem keinen Monat mehr, der kälter als der Durchschnitt verlief.

Am (heutigen) Montag wird Trump von Hurrikan „Michael“ heimgesuchte Gebiete in Georgia und Florida besuchen. In dem Interview mit CBS bezweifelte er, dass der Klimawandel stärkere Wirbelstürme als bisher hervorrufe. Auf die Nachfrage „Was ist mit Wissenschaftlern, die sagen, es sei so schlimm wie nie zuvor?“ entgegnete Trump: „Diese Wissenschaftler müssen Sie mir zeigen, denn sie haben eine große politische Agenda.“

(sbl/dpa)
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