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Donald Trump giftet gegen Mike Pence und Mitch McConnell

Angriffe auf Parteifreunde : Donald Trump giftet gegen Mike Pence und Mitch McConnell

Gewohnt aggressiv hat der ehemalige US-Präsident gegen einen Parteifreund ausgeteilt. Donald Trump nannte hat den Fraktionsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, einen „vollkommenen Verlierer“. Außerdem bekräftigte er seinen Führungsanspruch innerhalb der Partei.

Nur eine Weiterführung seines Politikstils könne einen Erfolg bei den kommenden Wahlen ermöglichen, sagte Trump am Samstagabend in seiner Rede vor republikanischen Geldgebern in seinem Privatclub Mar-a-Lago. Zwischenzeitlich wich er von seiner vorbereiteten Rede ab und teilte gegen mehrere Spitzenrepublikaner aus, die ihm aus seiner Sicht nicht ausreichend die Treue gehalten hatten.

Trump bezeichnete den Fraktionsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, als „vollkommenen Verlierer“ und bedachte ihn mit weiteren Schimpfwörtern, wie mehrere Personen aus dem Saal der Nachrichtenagentur AP bestätigten. Von seinem früheren Vizepräsidenten Mike Pence sei er „enttäuscht“, sagte Trump.

Pence hatte den Vorsitz bei jener Kongresssitzung am 6. Januar gehalten, bei der der Wahlsieg von Trumps Herausforderer Joe Biden bestätigt worden war. Weil er sich weigerte, den parlamentarischen Vorgang wie von Trump gewünscht zu blockieren, drohten die gewaltbereiten Anhänger des damaligen Präsidenten, die an dem Tag das Kapitol stürmten, Pence zu hängen.

McConnells Ehefrau Elaine Chao trat nach dem Sturm auf das Kapitol als Verkehrsministerin zurück. Auch McConnell kritisierte, dass Trump vor dem Sturm in einer Rede die Menge aufgeheizt hatte, im Verfahren gegen den zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr amtierenden Präsidenten stimmte der Fraktionsführer aber gegen eine Amtsenthebung Trumps.

Trump zog in seiner Rede auch über Chao her und sagte, McConnell habe ihm nie richtig gedankt, dass er dessen Frau in sein Kabinett geholt habe, wie die Zuhörer berichteten.

Laut dem vorbereiteten Redemanuskript, das der Nachrichtenagentur AP vorlag, konzentrierte er sich im Rest der Rede vor allem auf die aus seiner Sicht beste Strategie für die kommenden Wahlen.

„Der Schlüssel zu dieser siegreichen Zukunft wird sein, auf den Erfolgen aufzubauen, die unsere großartige Bewegung in den vergangenen vier Jahren erlangt hat“, sagte er demnach. „Wir haben die Republikanische Partei in eine Partei verwandelt, die wirklich für alle Amerikaner kämpft.“

Es gibt durchaus Kräfte innerhalb der Republikanischen Partei, die Trumps polarisierenden Politikstil nicht mehr mittragen wollen. Aber die Tatsache, dass er die Abschlussrede beim Treffen Hunderter wichtiger Geldgeber der Republikanischen Parteiorganisation RNC hielt, machte deutlich, wie groß sein Einfluss weiterhin ist.

Wie treu Trump selbst zur Partei steht, ist allerdings weniger klar. In seiner Ansprache gab es zwar keine Andeutung über eine Gründung einer eigenen Partei, über die er Anfang des Jahres noch spekuliert hatte. Doch hinter den Kulissen schwelt es durchaus.

Im März verschickte Trumps Unterstützerkomitee Schreiben an die Republikanerführung und andere, in denen sie aufgefordert wurden, seinen Namen und sein Bild nicht mehr für das Sammeln von Spenden oder sonstige Aktionen zu nutzen. Von führenden Republikanern wird dieser Konflikt heruntergespielt, die Teilnahme Trumps an Veranstaltungen wie der in Florida zeige ja, dass er seinen Namen in den Dienst der Partei stellen wolle. Doch gleichzeitig sammelt er auf eigenes Konto Spenden in Rekordhöhe für seine eigenen politischen Ambitionen. Rund 85 Millionen Dollar hat Trump in der Kriegskasse, für eine mögliche Wiederwahl 2024 als Kandidat der Republikaner oder für andere Pläne.

(felt/dpa)