Dilma Rousseff: USA und Brasilien beenden diplomatische Eiszeit

Nach NSA-Affäre : Brasilien und USA wollen diplomatische Eiszeit hinter sich lassen

Brasilien und die USA wollen sich ein Jahr nach der Abhöraffäre um Staatschefin Dilma Rousseff wieder annähern. Der Besuch von US-Vizepräsident Joe Biden bei Rousseffs Vereidigung für ihre zweite Amtszeit am Donnerstag war ein erster Schritt.

In ihrer Antrittsrede hob die Präsidentin hervor, der Fokus ihrer Außenpolitik werde sich auf ein besseres Verhältnis zu den USA konzentrieren. "Es ist sehr wichtig, die Beziehungen mit den USA zu verbessern, wegen ihrer wirtschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen und technologischen Bedeutung", sagte Rousseff und erinnerte an die intensiven Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Staaten.

Die Kontakte hatten sich 2013 deutlich verschlechtert, nachdem durch die Veröffentlichungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden bekanntgeworden war, dass der US-Geheimdienst NSA auch Gespräche und E-Mails Rousseffs ausspioniert hatte.

Das Außenministerium in Brasília veröffentlichte nur ein Foto von dem etwa zehnminütigen Treffen, dem ersten in einer Reihe von Gesprächen mit ausländischen Politikern. Über die Themen wurde nichts bekannt.
Auch Biden gab sich wortkarg: "Es ist ein neues Jahr und ein neuer Anfang", sagte er. Er hoffe, dass Rousseff 2015 die USA besuchen werde, fügte er auf Nachfrage hinzu. Das Weiße Haus hob am Donnerstag (Ortszeit) in einer Mitteilung hervor, die strategische Zusammenarbeit mit Brasilien sei von besonderer Bedeutung.

Biden war schon im vergangenen Sommer zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Brasilien gereist. Rousseff hatte nach Bekanntwerden der Affäre einen geplanten USA-Besuch abgesagt.

Zur Vereidigung waren unter anderem die Staatschefs von Bolivien, Chile, Costa Rica, Paraguay, Venezuela und Uruguay angereist. Rousseff hatte im Oktober als Kandidatin der Arbeiterpartei (PT) die Stichwahl gegen den konservativen Bewerber Aécio Neves gewonnen.

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(dpa)
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