Süd- und Nordkorea einigen sich auf Verwandtentreffen: Dieses Foto bringt Kriegs-Familien wieder zusammen

Süd- und Nordkorea einigen sich auf Verwandtentreffen : Dieses Foto bringt Kriegs-Familien wieder zusammen

Ein Foto besiegelt das Wiedersehen: Am Mittwoch haben sich Vertreter Nord- und Südkoreas darauf verständigt, Treffen getrennt lebender Verwandter aus den verfeindeten Staaten zuzulassen. Für die Familien eine höchst emotionale Angelegenheit.

Nach heftigen Spannungen im vergangenen Jahr gehen Süd- und Nordkorea wieder einen Schritt aufeinander zu. Noch in diesem Monat wollen beide Länder neue Begegnungen zwischen Familien zulassen, die seit Jahrzehnten durch Landesteilung und Krieg auseinandergerissen sind.

Mehr als 73.000 Menschen sind in Südkorea für das Begegnungsprogramm registriert. Rund 80 Prozent von ihnen sind älter als 70 Jahre. Bis heute sind in der Regel Kontakte über die stark gesicherte Grenze per Telefon, Brief oder E-Mail nicht möglich.

Letztes Treffen 2010

Unzählige Familienverbände wurden durch die Landesteilung und den Korea-Krieg (1950-53) auseinandergebracht. Die bisher letzte Runde der mehrtägigen Zusammenkünfte hatte es im Oktober 2010 gegeben.

Die ersten dieser Treffen seit mehr als drei Jahren sind vom 20. bis 25. Februar im grenznahen Kumgang-Gebirge in Nordkorea geplant. Darauf hätten sich die Rot-Kreuz-Verbände beider Länder bei Gesprächen im Grenzort Panmunjom geeinigt, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit.

100 Südkoreaner dürfen reisen

Mit der Einigung werden im Grunde Verwandtentreffen nachgeholt, die bereits im vergangenen Jahr hätten stattfinden sollen. Etwa 100 Südkoreaner, die eigentlich schon im September hätten fahren sollen, würden jetzt nach Nordkorea reisen, sagte eine Sprecherin. Nordkorea hatte die Treffen damals kurzfristig abgesagt.

Die jüngste Vereinbarung ist ein wichtiges Zeichen der Annäherung. Die Rot-Kreuz-Gespräche seien "ein wichtiger Ausgangspunkt für die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen", sagte der nordkoreanische Delegierte Pak Yong Il laut einer Video-Aufzeichnung zu Beginn der Unterredungen.

Spannungen mit den USA

Die Familientreffen finden nur kurz vor gemeinsamen Frühjahrsmanövern der Streitkräfte Südkoreas und der USA statt. Das kommunistische Regime in Nordkorea hatte Südkorea in den vergangenen Wochen mehrfach Schritte zur Entspannung vorgeschlagen, doch zugleich vor neuen Manövern mit den USA gewarnt und gefordert, darauf zu verzichten.

Dies hatten Washington und Seoul strikt abgelehnt. Sie wiesen den Vorwurf Pjöngjangs zurück, mit den Militärübungen in Südkorea einen Angriff vorzubereiten. Die Spannungen in der Region waren nach einem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar 2013 deutlich gewachsen.

(rpo/dpa)