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Diese Reden vor der UN-Vollversammlung sorgten für einen Eklat

Von Ahmadinedschad bis Gaddafi : Die größten Skandal-Auftritte vor der UN-Vollversammlung

Zum ersten Mal spricht US-Präsident Donald Trump vor den Vereinten Nationen. Seine Rede bei der UN-Generaldebatte wird mit Spannung erwartet, schließlich ist er bekannt dafür, sich verbal nicht unbedingt zurückzuhalten. Doch die UN sind einiges gewöhnt, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

Immer wieder hat es bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen Reden gegeben, die aus dem Rahmen gefallen sind — weil sich die Redner entweder mit ihren Gesten nicht zurückhalten konnten oder mit ihren Worten für einen Eklat sorgten. Wir haben ein paar Beispiele dazu gesammelt.

  • Nikita Chruschtschow, 12. Oktober 1960

Der damalige Chef des Kremls hatte sich während seiner Rede derart echauffiert, dass er seinen Frust offenbar auch körperlich loswerden musste. Also trommelte er zunächst wie wild mit der Faust auf das Rednerpult. Doch das schien ihm nicht zu reichen, und so nahm er schließlich einen Schuh zu Hilfe — heißt es. Auf einem Foto ist zu sehen, wie ein Schuh auf dem Pult liegt. Allerdings bezweifeln manche UN-Experten, dass der Vorfall wirklich so passiert ist. Protestiert hatte Chruschtschow übrigens gegen eine Diskussion über die mögliche Unabhängigkeit osteuropäischer Satelliten-Staaten.

 Nikita Chruschtschow 1960 vor der UN-Generalversammlung.
Nikita Chruschtschow 1960 vor der UN-Generalversammlung. Foto: UPI/dpa
  • Fidel Castro, 1960

So gut wie jeder überzieht bei der Generaldebatte die vorgegebenen 15 Minuten Redezeit, das hat schon Tradition. US-Präsident Barack Obama sprach meistens rund eine Dreiviertelstunde, Libyens Machthaber Gaddafi brachte es 2009 auf 96 Minuten — aber den Rekord hält der frühere kubanische Machthaber Fidel Castro. 269 Minuten redete er 1960.

 Fidel Castro 1960 bei den UN.
Fidel Castro 1960 bei den UN. Foto: dpa, bs jai

  • Jassir Arafat, 13. November 1974

Der Palästinenserführer betrat mit Freischärlerjacke und Pistolenhalfter das Pult der Generalversammlung. Vielmehr fuchtelte er sogar mit der Waffe und einem Olivenzweig herum und sagte zu Beginn seiner Rede: "Ich trage einen Olivenzweig und die Waffe eines Freiheitskämpfers. Lassen Sie nicht zu, dass der Olivenzweig aus meiner Hand fällt." Es war das erste Mal überhaupt, dass ein Mitglied der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO vor den UN reden durfte.

 Jassir Arafat hielt 1974 eine Rede vor den UN.
Jassir Arafat hielt 1974 eine Rede vor den UN. Foto: UPI/dpa
  • Hugo Chavez, 20. September 2006

Der damalige venezolanische Präsident machte aus seiner Abneigung gegen die USA und deren Präsidenten keinen Hehl. Bei seiner Rede vor den UN sagte er in Anspielung auf George W. Bush: "Gestern kam der Teufel hierher und dieser Ort riecht noch immer nach Schwefel" — und schickte ein Stoßgebet gen Himmel.

 Schickte 2006 ein Stoßgebet gen Himmel: Hugo Chavez.
Schickte 2006 ein Stoßgebet gen Himmel: Hugo Chavez. Foto: dpa/Matt Campbell
  • Muammar al Gaddafi, September 2009

Libyens damaliger Staatschef warf der UN vor, ihre eigene Charta zu brechen. Den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wiederum bezeichnete er als Terrorrat. Und um seinen Worten noch mehr Gewicht zu verleihen, nahm er die UN-Charta zur Hand und zerriss einige Seiten.

  • Männer laufen Stufen einer Treppe herunter,
    Hunderte Verletzte : Schwere Zusammenstöße in Jerusalems Altstadt
  • Fischerboot (Symbolbild).
    Mittelmeer : Libysche Küstenwache schießt auf italienischen Fischer
  • Israelische Sicherheitskräfte während einer Demonstration gegen
    Viele Verletzte : Erneut schwere Zusammenstöße am Jerusalemer Tempelberg

Sehen Sie hier Bilder des Machthabers Gaddafi.

  • Mahmud Ahmadinedschad, September 2009

Der damalige iranische Präsident hatte immer wieder den Holocaust geleugnet. Schon im Vorfeld seiner Rede vor den UN waren daher viele skeptisch. In seiner Rede sprach er schließlich vom "zionistischen Regime" und von einem "Völkermord" an den Palästinensern. Mehrere Delegationen, darunter auch die deutsche, verließen daraufhin den Saal.

  • Mahmud Ahmadinedschad, September 2010

Nur ein Jahr später war es erneut der iranische Präsident, der in der Generalversammlung für einen Eklat sorgte. Er übernahm die kursierenden Verschwörungstheorien und behauptete, die USA steckten hinter den Anschlägen vom 11. September 2001.

Mit Agenturmaterial von dpa

(das)