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Umfrageergebnisse zwei Monate vor der Wahl: Die Ukrainer wollen einen "Schokoladenkönig" als Präsident

Umfrageergebnisse zwei Monate vor der Wahl : Die Ukrainer wollen einen "Schokoladenkönig" als Präsident

Die Ukrainer haben sich zwei Monate vor der Präsidentenwahl in einer Umfrage für den proeuropäischen "Schokoladenkönig" Pjotr Poroschenko (48) als Staatschef ausgesprochen.

Der Unternehmer mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde Euro läge bei der Abstimmung am 25. Mai deutlich vor der Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko und dem Ex-Boxprofi Vitali Klitschko. Das teilten mehrere Meinungsforschungsinstitute nach einer gemeinsamen repräsentativen Befragung am Mittwoch mit.

Poroschenko gilt als Co-Financier der jüngsten Revolution auf dem Maidan - und der von 2004. Bei einer Präsidentenwahl würde er aktuell auf 24,9 Prozent der Stimmen kommen, Timoschenko und Klitschko jeweils auf etwa 9 Prozent. Aus einer Stichwahl würde Poroschenko zurzeit als klarer Sieger hervorgehen.

Allerdings haben bisher weder Poroschenko noch Timoschenko einen Antrag auf Registrierung als Kandidat gestellt. Klitschko hat seine Kandidatur erklärt. Die Frist der Wahlleitung endet an diesem Sonntag.

Poroschenko gehören der Fernsehsender 5. Kanal sowie der Süßwarenkonzern Roshen. Er war bereits unter anderem Wirtschafts- und Außenminister sowie Chef des Sicherheitsrates und Mitglied des Zentralbankrates gewesen. Er gilt politisch eher im proeuropäischen westlichen Teil der Ex-Sowjetrepublik als verankert.

Klitschko zu Gast in London

Der ukrainische Oppositionspolitiker Vitali Klitschko ist unterdessen am Mittwoch von Großbritanniens Premierminister David Cameron in der Downing Street empfangen worden. An den Gesprächen mit dem ehemaligen Boxweltmeister im Schwergewicht nahm auch Außenminister William Hague teil.

Anschließend wollten Klitschko und der ukrainische Abgeordnete Petro Poroschenko am späten Nachmittag mit Demonstranten zusammentreffen. Vor der Downing Street kommt es seit Wochen zu Protesten von in London lebenden ukrainischen Aktivisten. Sie wollen die britische Regierung zu strengeren Sanktionen gegen Russland bewegen.

(dpa)