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Großbritannien weist Irans Diplomaten aus: Deutschland ruft Botschafter aus Teheran zurück

Großbritannien weist Irans Diplomaten aus : Deutschland ruft Botschafter aus Teheran zurück

Die Spannungen zwischen dem Iran und der westlichen Welt nehmen zu: Als Reaktion auf die Stürmung der britischen Botschaft in Teheran hat Deutschland seinen Botschafter aus Teheran zurückgerufen. Großbritannien hat alle iranischen Diplomaten ausgewiesen. Zudem gab Außenminister William Hague im Unterhaus den Rückruf des gesamten Botschaftspersonals aus Teheran bekannt.

"In Anbetracht der gestrigen Ereignisse in Teheran hat Außenminister Westerwelle entschieden, dass der deutsche Botschafter zu Konsultationen nach Berlin zurückgerufen wird", erklärte das Auswärtige Amt am Mittwoch.

Mehr Schutz für deutsche Botschaft

Außerdem hat das Auswärtige Amt den Schutz der deutschen Botschaft in Teheran hochgefahren. Dies sagte Ministeriumssprecher Andreas Peschke am Mittwoch in Berlin. Die Botschaft bleibt nach seinen Worten trotz der Eskalation vorerst regulär geöffnet, das Personal wird nicht reduziert.

Betroffen war auch die deutsche Schule, die an diesem Tag vorsichtshalber geschlossen war. Bei einer ersten Inspektion am Mittwoch seien keine Schäden entdeckt worden, sagte Peschke.

Weiter berichtete er, dass der iranische Botschafter in Deutschland ins Auswärtige Amt einbestellt wurde. Ihm sei "in klaren Worten" mitgeteilt worden, dass sich eine solche "grobe Verletzung des Völkerrechts" nicht wiederholen dürfe.

Großbritannien weist Irans Diplomaten aus

Großbritannien hat alle iranischen Diplomaten ausgewiesen. Zudem gab Außenminister William Hague im Unterhaus den Rückruf des gesamten Botschaftspersonals aus Teheran bekannt.

Weitere Maßnahmen wolle London mit den EU-Mitgliedstaaten am Donnerstag erörtern, sagte Hague. Zur Begründung der britischen Maßnahmen sagte er, es wäre wirklichkeitsfremd anzunehmen, der Angriff auf die britische Botschaft habe ohne Unterstützung der iranischen Machthaber stattfinden können.

Der britische Premierminister David Cameron drohte Teheran mit Konsequenzen. Das "inakzeptable Versagen" der iranischen Regierung beim Schutz der Diplomaten sei eine Schande und werde "ernsthafte Konsequenzen" nach sich ziehen, sagte Cameron. Über entsprechende Schritte werde in den kommenden Tagen entschieden. Der Sturm auf die Botschaft sei "empörend und unentschuldbar", sagte Cameron.

Die iranische Regierung verurteilte das "inakzeptable Verhalten" der Demonstranten, Parlamentspräsident Ali Laridschani zeigte aber Verständnis: Der Zorn der Studenten sei Folge "von mehreren Jahrzehnten Dominierungsversuchen Großbritanniens". Die Verurteilung des Botschaftssturms durch den Weltsicherheitsrat bezeichnete Laridschani in einer Parlamentssitzung als "überstürzten Schritt".

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Der Parlamentspräsident verteidigte einen Parlamentsbeschluss vom Sonntag, die Beziehungen mit London herunterzufahren. Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich dazu bislang nicht geäußert, während einige seiner Repräsentanten diese Entscheidung öffentlich kritisiert haben.

Norwegen schließt Botschaft aus Sichrheitsgründen

Das norwegische Außenministerium teilte mit, sie habe ihre Botschaft in Teheran aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Entscheidung sei am Dienstagabend gefallen, erklärte eine Sprecherin des Außenministeriums am Mittwoch, die dabei andeutete, dass es eine Reaktion auf die Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran am Dienstag war. Das diplomatische Personal sei aber noch nicht aus Teheran abgezogen werden, sagte Sprecherin Hilde Steinfeld.

Iranische Demonstranten hatten am Dienstag die britische Botschaft nach einer offenbar von der Regierung gebilligten Protestaktion gegen westliche Sanktionen gestürmt. Die britische Flagge wurde heruntergerissen, ein Fahrzeug der Botschaft wurde in Brand gesetzt und das Gebäude mit Brandsätzen angegriffen.

US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilte den Angriff iranischer Demonstranten auf die britische Botschaft in Teheran scharf. Amerika erwarte, dass der Iran diplomatisches Personal und ihre Anwesen schütze, sagte Clinton am Rande einer Konferenz zur globalen Entwicklungspolitik im südkoreanischen Busan. Die Vorfälle nannte sie einen Affront gegen das britische Volk und gegen die internationale Gemeinschaft.

Auch der Weltsicherheitsrat verurteilte den Angriff. In einer gemeinsamen Stellungnahme forderten die 15 Mitglieder des Gremiums den Iran auf, angemessene Schritte zum Schutz der Diplomaten gemäß des Wiener Abkommens einzuleiten und weitere Angriffe zu verhindern.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle bestellte aus Protest gegen die gewaltsame Stürmung den iranischen Botschafter ein. Der Vorfall sei völkerrechtswidrig und inakzeptabel, sagte Westerwelle am Dienstag in Berlin.

Hier geht es zur Bilderstrecke: November 2011: Britische Botschaft in Teheran gestürmt

(APD)