Vor Syrien: Deutscher Waffenfrachter nicht mehr zu orten

Vor Syrien : Deutscher Waffenfrachter nicht mehr zu orten

Der deutsche Frachter "Atlantic Cruiser" im Mittelmeer ist nicht mehr zu orten. Offenbar wurde der Transponder des Schiffs, das möglicherweise iranische Waffen nach Syrien bringen sollte, abgeschaltet.

Auf der Internetseite Marinetraffic.com war die "Atlantic Cruiser" zuletzt am Samstagmittag zwischen Zypern und Syrien zu sehen. Üblicherweise werden auf der Website die Positionen der Schiffe alle zwölf Stunden protokolliert.

Am Samstag war der deutsche Frachter laut Medienberichten gestoppt worden, nachdem der Schiffsmakler von schwerem Militärgerät und Munition an Bord erfahren hatte. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, es gehe Hinweisen auf eine Verletzung des Waffenembargos gegen Syrien nach.

Die Waffen stammten vermutlich aus dem Iran und sollen mit mehreren Schiffen nach Dschibuti gebracht worden sein. Die Aktivisten machten die Waffenlieferung publik, wenig später drehte das Schiff ab. Es hatte zunächst Kurs auf Syrien genommen.

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministerium sagte am Samstag auf Anfrage in Berlin, die Bundesregierung gehe selbstverständlich allen Hinweisen auf mögliche Verstöße gegen das Waffenembargo nach.

Dabei nutze sie alle Einflussmöglichkeiten. Nach derzeitiger Kenntnis der Bundesregierung handelt es sich bei dem Frachter um das Schiff eines deutschen Eigentümers. Dieses sei von der Reederei verchartert worden. Das Charter-Unternehmen wiederum habe das Schiff unter die Flagge eines Drittstaates gestellt.

7200 Tonnen Waffen an Bord?

Der Frachter hatte nach Angaben der syrischen Oppositionellen 7200 Tonnen mittlere und schwere Waffen sowie Munition an Bord. Er habe aus Dschibuti kommend am Freitag Kurs auf den syrischen Hafen Tartus genommen, wo er am Samstagmittag hätte eintreffen sollen. Am Samstag änderte die "Atlantic Cruiser" jedoch nach Informationen von Ortungsdiensten ihren Kurs.

Die Oppositionellen meldeten in der Nacht zum Samstag, die ägyptischen Behörden hätten einem Schiff mit Waffen für das Regime in Damaskus die Passage durch den Suez-Kanal gestattet. Die ägyptischen Behörden dementierten dies. Das Frachtschiff soll am Donnerstag im ägyptischen Hafen von Port Said gesehen worden sein. Angeblich gab der Kapitän den türkischen Hafen Iskenderun als Ziel an.

Die Letzte Positionsangabe des deutschen Frachters ist auf Marinetraffic.com zu sehen: http://url.dapd.de/L0WYoK

(APD)
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