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Nahost: Deutsche Einrichtung in Gaza nach Raketenangriff zerstört

Nahost : Deutsche Einrichtung in Gaza nach Raketenangriff zerstört

Deutsche Einrichtung in Gaza nach Raketenangriff zerstört

Nach Angaben der israelischen Armee haben Islamisten eine Mülldeponie in Beit Lahia genutzt, um Raketen auf die israelische Küstenstadt Aschdod abzuschießen. Jetzt wurde die Anlage, die von Deutschland finanziert worden war, bei einem Angriff zerstört.

Die Deponie wurde mit deutschen Geldern und mit Hilfe der GIZ — der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit — errichtet. Dem Angriff auf die Anlage ging eine Warnung der Armee voraus. So kam hier niemand zu Schaden. Laut Angaben eines hochrangigen Militärs werden rund 40 Prozent der Raketen aus der Kleinstadt Beit Lahia im Norden Gazas abgefeuert.

Daraufhin beschloss die Armee, die Region noch intensiver zu beschießen. Sonntagmorgen warf sie Flugblätter ab und forderte die Bewohner auf, ihre Häuser vorübergehend zu verlassen. "Die Hamas hat unter Beit Lahia zwischen den Wohnhäusern ein Netzwerk von Tunneln errichtet, aus denen heraus Israel beschossen wird", so der hochrangige Offizier, der laut Armeeprotokoll anonym bleiben muss, im Gespräch mit unserer Redaktion.

"Es ist unsere Aufgabe, Israels Zivilisten zu schützen. Deswegen werden wir ab Sonntagabend hier verstärkt angreifen. Wir wollen aber auch palästinensische Zivilisten schonen, deswegen rufen wir sie auf, sich in Sicherheit zu bringen, indem wir ihnen genau erklären, welche Routen sie nehmen und wohin sie gehen sollen", sagte der Offizier.

Das Flüchtlingshilfswerk UNRWA funktioniere zehn Schulen in Auffanglager um. Schon in den Morgenstunden hatten hier mehr als 4000 Personen Zuflucht gesucht. Das Innenministerium der Hamas hingegen rief die Bewohner dazu auf, in ihre Häuser zurückzukehren, um der Armee "nicht ihre Arbeit zu erleichtern".

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es zur Bombardierung der Mülldeponie in Beit Lahia, es sei "inakzeptabel, dass die Hamas und andere militante Gruppen zivile Einrichtungen zum Raketenabschuss nutzen. "Wir verurteilen dies auf das Schärfste. Gleichzeitig rufen wir Israel dazu auf, größtmögliche Rücksicht auf den Schutz von Zivilisten und ziviler Einrichtungen zu nehmen", hieß es.