Der Republikaner Phil Scott stellt sich in der Ukraine-Affaire gegen Trump.

Ukraine-Affäre : Erster ranghoher Republikaner stellt sich gegen Trump

Phil Scott, Gouverneur von Vermont, sei nicht überrascht vom Inhalt des Telefonats. Trump habe Biden schon „seit Jahren“ im Visier. Scotts Schritt könnte den Damm der geschlossen hinter Trump stehenden Republikaner brechen.

Als erster ranghoher Republikaner hat sich der Gouverneur von Vermont für eine Impeachment-Untersuchung gegen US-Präsident Donald Trump ausgesprochen. „Ich denke, die Untersuchung ist wichtig, ja, und wo das von hier aus hinführt, wird von den Fakten bestimmt, die festgestellt werden“, sagte Phil Scott auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Er wolle mehr über die Whistleblower-Affäre wissen, bevor Maßnahmen - ein Impeachment-Verfahren kann zur Absetzung des Präsidenten führen - ergriffen werden.

Scott sagte, er sei von Enthüllungen nicht überrascht, dass Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wiederholt in einem Telefonat aufgefordert habe, Interventionen des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers und früheren Vizepräsidenten Joe Biden in der Ukraine zu untersuchen. Denn Trump beobachte Biden „seit Jahren“.

Republikaner haben sich bislang mit Kritik an Trump wegen der Whistleblower-Affäre zurückgehalten; wenige haben Unbehagen deswegen erkennen lassen. Scotts Äußerungen sind ein erstes Anzeichen dafür in Trumps Partei. Scott ist in seiner zweiten Amtszeit als Gouverneur in Vermont. Der moderate Republikaner hat sich bereits mehrmals gegen Trumps Politik gewandt, etwa gegen die Lockerung von Umweltschutzvorschriften und die Verschärfung von Einwanderungsvorschriften.

(chal/dpa)
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