Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio beendet seinen Präsidentschaftswahlkampf.

Aus für Kandidatur : Trump-Konkurrent beendet Wahlkampf

Seine Umfragewerte lagen im Keller, nun zieht Bill de Blasio die Reißleine. Der Bürgermeister von New York will sich wieder auf seinen Hauptjob konzentrieren.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio hat mit seiner Bewerbung um die Präsidentschaftsnominierung der Demokraten aufgehört. „Es ist eindeutig nicht meine Zeit“, sagte er am Freitag im Sender MSNBC über seine gescheiterte Präsidentschaftsbewerbung. Er habe in der Vorwahl alles gegeben, was er könne. US-Präsident Donald Trump kommentierte den Ausstieg mit ironischen Worten des Bedauerns.

De Blasio war es seit der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung im Mai nicht richtig gelungen, in Fahrt zu kommen. Seine Kampagne konnte sich im breiten Bewerberfeld für die Demokratische Partei nicht richtig durchsetzen. „Ich werde meine Arbeit als Bürgermeister von New York City fortsetzen, und ich werde weiter Fürsprecher für die arbeitende Bevölkerung und für eine Demokratische Partei sein, die sich für Arbeiter einsetzt.“

Trump ist kein Fan von de Blasio. Entsprechend deutlich fiel seine Reaktion via Twitter aus: „Der Teilzeit-Bürgermeister von New York City, @BilldeBlasio, der in Umfragen bei soliden NULL (Prozent) lag, aber gewaltig Luft nach oben hatte, ist schockierenderweise aus dem Präsidentschaftsrennen ausgestiegen. NYC ist am Boden zerstört, er kommt nach Hause!“

Die Abneigung beruht offenbar auf Gegenseitigkeit. Am ersten Tag seiner Wahlkampagne beschimpfte de Blasio Trump als „Trickbetrüger“, dessen Regeln er kenne. Trump twitterte daraufhin, de Blasio gelte „als der schlechteste Bürgermeister in den USA“. Er sei ein Witz und New York City hasse ihn.

Seit 2014 ist de Blasio Bürgermeister von New York. Kurz schien er zur maßgeblichen Stimme des wachsenden linken Flügels innerhalb der Demokratischen Partei zu werden - seine zentrale Botschaft war, gegen Ungerechtigkeiten beim Einkommen vorzugehen. Dieses Thema griff er auch bei seiner Präsidentschaftsbewerbung auf: „Es gibt genügend Geld in der Welt. Es gibt genügend Geld in diesem Land. Es ist bloß in den falschen Händen.“ In seiner ersten Amtszeit ließ der Enthusiasmus der linksorientierten Parteimitglieder für de Blasio nach, teils wegen Fehlentscheidungen in New York, teils wegen größerer Namen anderswo im Politgeschäft.

(chal/dpa)
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