Einwanderer in den Niederlanden: Der Einfluss Marokkos

Einwanderer in den Niederlanden : Der Einfluss Marokkos

Düsseldorf (RP). Versucht Marokko, mehr Einfluss auf die Marokkaner in den Niederlanden zu bekommen? Zu dem Eindruck kann man kommen: Immerhin leben zwischen Maas und Wattenmeer rund 330 000 Menschen aus dem nordafrikanischen Königreich. Nach den Surinamern und den Türken stellen sie die drittgrößte Ausländergruppe.

Im vergangenen Jahr hatte Mohammed Ameur die Niederlande im Magazin "Aujourd'hui le Maroc" als siebzehnte Provinz Marokkos bezeichnet. Ameur ist immerhin als Minister für die Exil-Marokkaner zuständig. Einige hielten seine Äußerung für einen Scherz, andere wie die Rechtspopulisten sahen darin den Versuch, die Islamisierung des Polderlandes voranzutreiben. Ameur hatte dem Magazin auch gesagt, die Marokkaner dürften sich in den Niederlanden nicht integrieren. Sie schritten vorbildlich auf dem Weg der Integrationsverweigerung voran.

Für Ärger hatte im Oktober auch eine Reise von 40 in den Niederlanden arbeitenden Imamen gesorgt. Der Verband der Marokkaner in den Niederlanden kritisierte laut Medienberichten die von marokkanischen Behörden bezahlte Reise und argwöhnte, dass die Imame in Marokko religiöse Instruktionen erhielten. Der Verband forderte, die Regierung in Den Haag solle der Ausbildung der Imame in den Niederlanden mehr Beachtung schenken.

Die marokkanischen Behörden haben an die niederländischen Gemeindehäuser Namenslisten herausgegeben, die dort eingesehen werden können. Der Hintergrund der Aktion ist, dass nur Eltern, die ihren in den Niederlanden geborenen Kindern einen genehmigten Namen aus der Liste geben, die Möglichkeit haben, den marokkanischen Pass für ihre Kinder zu beantragen.

(RP)
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