Davos: Macron fordert Gerechtigkeit bei Globalisierung

Weltwirtschaftsforum in Davos : Macron fordert mehr Gerechtigkeit bei der Globalisierung

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos gefordert, die Globalisierung müsse gerechter gestaltet werden. Er fordert einen "neuen weltweiten Pakt", und nannte dafür drei zentrale Punkte.

"Wenn ich dieser Globalisierung nicht wieder Sinn gebe, wenn ich den Leuten nicht sagen kann, dass sie gut für sie ist, (...) dann werden in 5 Jahren, 10 Jahren, 15 Jahren die Nationalisten, die Extreme (...) gewinnen", sagte Macron am Mittwoch mit Blick auf seine Heimat. "Und das stimmt in jedem Land."

Er forderte dazu einen "neuen weltweiten Pakt", der nicht nur Sache der Regierungen sein dürfe, sondern der in die Modelle von Banken und Unternehmen integriert werden müsse. Der sozialliberale Staatschef nannte dafür drei zentrale Punkte: mehr Investitionen, eine gerechtere Verteilung der Wertschöpfung und eine "Pflicht zu schützen".

Vor allem in die Bildung müsse mehr investiert werden. Bei der Verteilung der Wertschöpfung sieht Macron Unternehmen und Investoren in der Pflicht - die Antwort seien nicht Steuern in einzelnen Ländern. Zugleich sprach er sich für eine Zusammenarbeit der Staaten aus, um eine Besteuerung großer Internet-Konzerne sicherzustellen.

Das Geschäft der großen Digital-Akteure werde Milionen Jobs zerstören - diese Menschen müssten umgeschult werden, was Geld koste. "Wenn diejenigen, die diese Jobs zerstören, nicht bei der Umschulung helfen, kann ich das den Mittel- und Arbeiterschichten nicht erklären."

Insgesamt legte Macron ein Plädoyer für den Multilateralismus ab, etwa beim Kampf gegen den Klimawandel.

(se)
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